Aktien Frankfurt: Siemens treibt Dax klar über 25.000 Punkte
Die Siemens -Aktien haben dem
Dax den notwendigen Schwung zur Rückkehr über die
Marke von 25.000 Punkten gegeben. Am Donnerstag gelang dem Leitindex
der Sprung über sein bisheriges Februar-Hoch - anders als in den
Tagen zuvor, als knapp über der Tausendermarke mehrfach Schluss war.
Nun rückt der Januar-Rekord von 25.507 Zählern wieder in greifbare
Nähe.
In Erwartung ebenfalls freundlicher US-Börsen lag der Dax
am Nachmittag mit 1,4 Prozent im Plus bei 25.195
Punkten. Beim Erreichen von Bestmarken schon etwas voraus ist der
Eurozonen-Leitindex EuroStoxx , der zuletzt um 0,8
Prozent stieg. Im MDax mit den mittelgroßen deutschen
Werten war der Schwung mit einem Anstieg um 0,4 Prozent auf 31.750
Punkte jedoch geringer.
Gespannt warten die Anleger auf Inflationszahlen, die am Freitag in
den USA auf der Agenda stehen. Diese sind der nächste wichtige
Baustein, um den weiteren geldpolitischen Spielraum der US-Notenbank
beurteilen zu können. Ein überraschend guter US-Jobbericht hatte am
Vortag noch für Gegenwind gesorgt. Nach Angaben der Landesbank
Helaba war er ein zweischneidiges Schwert, weil mit den
Konjunktursorgen auch die Zinssenkungshoffnungen schwinden.
Mit einem Kurssprung um mehr als sechs Prozent auf ein Rekordniveau
über 270 Euro gab Siemens dem Dax einen starken
positiven Impuls. Der Technologiekonzern hat den lange Zeit
unangefochtenen Softwarekonzern SAP als wertvollstes
Unternehmen im Dax erneut abgelöst, nachdem der SAP-Kurs zuletzt von
Sorgen vor einer KI-Bedrohung schwer belastet wurde.
Zur Rolle als Schwergewicht im Dax trug am Donnerstag bei, dass
Siemens nach einem starken Geschäftsjahresauftakt seine
Ergebnisprognose erhöhte. Analyst Alexander Hauenstein von der DZ
Bank sah darin eine positive Überraschung und stellte die These auf,
dass eine weitere Anhebung der Ziele im Jahresverlauf als
Kurstreiber folgen könnte.
Dem Dax nach oben verhalfen außerdem die 4,2 Prozent höheren Titel
der Deutschen Telekom . Anleger hakten hier
durchwachsene Resultate von T-Mobile US ab. Analyst
Mathieu Robilliard von Barclays sah sich von den Neuigkeiten der
US-Tochter und guten Aussichten in Deutschland insgesamt ermutigt
und bezeichnete den eingepreisten Abschlag als zu ausgeprägt. Den
Aktien gelang ein Hoch seit September.
Auf der Schattenseite des Dax stand unter anderem Mercedes-Benz
. Die Titel des Premium-Autobauers litten unter einem
schwachen Schlussquartal und vorsichtigen Zielen für das neue
Geschäftsjahr. Nach einem frühen Tief seit Ende Oktober konnten die
Anteilsscheine ihr Minus aber im guten Aktienmarktumfeld deutlich
eingrenzen auf weniger als ein Prozent.
Der direkte Konkurrent BMW wurde zwar von Mercedes
mitbelastet, die Anteile des Sportwagenbauers Porsche AG
schafften es aber zuletzt über die Gewinnschwelle. Im
Zulieferbereich wurden die Continental -Anteile vom
Konkurrenten Michelin gestützt. Die Papiere des
französischen Reifenherstellers reagierten auf angekündigte
Aktienrückkäufe.
Mit fast drei Prozent Plus zeigten sich die Papiere der Deutschen
Börse erholt davon, dass sie sich zuletzt ihrem Tief
seit August 2024 genähert hatten. Der Börsenbetreiber erfüllte die
Erwartungen, indem er 2025 dank Übernahmen und guter Geschäfte rund
um Finanzmarkt-Produkte so viel verdient hat wie noch nie.
Im MDax setzten sich die Titel von Fielmann mit plus
acht Prozent an die Spitze. Die Optikerkette überzeugte im
Geschäftsjahr mit einem Rekordüberschuss. Analyst Volker Bosse von
der Baader Bank schrieb, das Unternehmen sei mit seiner "Vision
2035" in guter Ausgangslage, um das Wachstum künftig aus eigener
Kraft voranzutreiben.
Schlechte Nachrichten kamen vor allem vom SDax
-Mitglied Hellofresh . Der Kurs des
Kochboxenlieferanten sackte nach Eckdaten für das Jahr 2025
zeitweise prozentual zweistellig in Richtung Rekordtief ab. Davon
übrig blieb zuletzt noch ein fast sieben Prozent hoher Abschlag.
Jefferies-Experte Giles Thorne verwies darauf, dass der Nettoumsatz
stärker gesunken sei als befürchtet./tih/jha/