ROUNDUP: Luxuskonzern Hermes wächst stärker als erwartet - Aktie legt zu
Eine robuste Nachfrage nach seinen Birkin-Taschen
liefert dem französischen Luxuskonzern Hermes
Die Kennziffern des Luxusgüterkonzerns seien unerwartet stark ausgefallen, schrieb Jefferies-Analyst James Grzinic. Auch Piral Dadhania von der kanadischen Bank RBC lobte die solide Umsatzentwicklung, obendrein sei das operative Ergebnis (Ebit) besser als erwartet ausgefallen. Im vergangenen Jahr standen hier knapp 6,6 Milliarden Euro zu Buche, ein Plus von 6,8 Prozent gegenüber 2024. Unter dem Strich ging der Gewinn maßgeblich wegen höherer Steuern jedoch um 1,7 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro zurück.
Dabei legte der Erlös bereinigt um Währungsschwankungen weltweit zu, in Europa sogar mit prozentual zweistelligen Wachstumsraten. In der mit Abstand wichtigsten Region Asien stieg der Umsatz um 7 Prozent. Während das Geschäft rund um Parfüm und Beauty ebenso wie das Uhren-Segment schwächelten, entwickelten sich die übrigen Sparten prächtig - allen voran das Lederwarengeschäft mit Birkin-Taschen. Da das Angebot hier eingeschränkt sei, könne man die Qualität des Wachstums von Hermes aber infrage stellen, bemängelte UBS-Expertin Zuzanna Pusz.
Hermes konzentriert sich vor allem auf exklusive Kunden und hält
bestimmte Produkte bewusst knapp. Das stärkte zuletzt die Nachfrage
und macht den Luxuskonzern unabhängiger von den schwankenden
Ausgaben weniger wohlhabender Kundengruppen - welche ihr Geld nach
der Pandemie tendenziell eher beisammen halten. So hatte Hermes die
Krise im Luxusgütersektor auch wesentlich besser überstanden als
Konkurrenten wie LVMH
LVMH deutete jüngst an, dass 2026 kein einfaches Jahr werden dürfte. Kering will im neuen Jahr zwar wieder wachsen, muss sich mit Blick auf die erhoffte Erholung seiner schwächelnden Modemarke Gucci aber weiter gedulden. Hermes bestätigte nun wiederum trotz ökonomischer sowie geopolitischer Unsicherheiten seine Mittelfristziele. Außerdem dreht der Luxuskonzern weiter an der Preisschraube: Im neuen Jahr seien die Preise bisher im Schnitt um fünf bis sechs Prozent erhöht worden.
Die Entwicklung der Dividende dürfte für die Aktionäre allerdings eine kleine Enttäuschung sein: Für das vergangene Jahr soll eine ordentliche Dividende von 18 Euro je Aktie ausgeschüttet werden, während Analysten im Schnitt rund 20 Euro auf dem Zettel hatten. Für 2024 wurde noch eine ordentliche Dividende von 16 Euro pro Anteilsschein gezahlt./niw/tav/mis
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AXC0211 2026-02-12/14:24
Relevante Links: Hermes International SA, Kering S.A., LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton SE