Aktien Frankfurt: Siemens treibt Dax wieder über 25.000 Punkte
Die Siemens -Aktien haben dem
Dax am Donnerstag den notwendigen Schwung zur
Rückkehr über die Marke von 25.000 Punkten gegeben. Versuche, diese
nachhaltig hinter sich zu lassen, waren in den Tagen zuvor noch
gescheitert. Am Donnerstag gelang dem Leitindex nun der Sprung über
sein bisheriges Februar-Hoch von knapp 25.100 Zählern.
Gegen Mittag lag der Dax mit 1,3 Prozent im Plus bei
25.187 Punkten. Er näherte sich damit auch wieder seinem Rekord von
25.507 Zählern. Bestmarken voraus hat dem Dax der
Eurozonen-Leitindex EuroStoxx , der am Donnerstag
weniger deutlich um ein halbes Prozent stieg. Im MDax
mit den mittelgroßen deutschen Werten war der Schwung mit einem
Anstieg um 0,4 Prozent auf 31.736 Punkte auch geringer.
Gespannt warten die Anleger nun auf Inflationszahlen, die am Freitag
in den USA auf der Agenda stehen. Diese sind der nächste wichtige
Baustein, um den weiteren geldpolitischen Spielraum der Notenbank
Fed beurteilen zu können. Ein überraschend guter US-Jobbericht hatte
am Vortag noch für Gegenwind gesorgt. Nach Angaben der Landesbank
Helaba war er "ein zweischneidiges Schwert", weil mit den
Konjunktursorgen auch die Zinssenkungshoffnungen schwinden.
Siemens gab dem Dax mit einem Kurssprung um 6,3
Prozent auf das Rekordniveau über 270 Euro einen starken positiven
Impuls. Der Technologiekonzern hat den lange Zeit unangefochtenen
Softwarekonzern SAP als wertvollstes Unternehmen im
Dax abgelöst, nachdem der SAP-Kurs zuletzt von Sorgen vor einer
KI-Bedrohung schwer belastet wurde.
Zu der Rolle von Siemens als neues Schwergewicht trug am Donnerstag
bei, dass der Technologiekonzern nach einem guten
Geschäftsjahresauftakt seine Ergebnisprognose erhöhte. Alexander
Hauenstein von der DZ Bank sah darin eine positive Überraschung und
stellte die These auf, dass eine weitere Anhebung der Zielsetzungen
im Jahresverlauf als Kurstreiber folgen könnte.
Dem Dax nach oben verhalfen außerdem die Titel der Deutschen Telekom
. Anleger hakten hier durchwachsene Resultate von
T-Mobile US ab. Analyst Mathieu Robilliard von
Barclays sah sich von den Neuigkeiten der US-Tochter und guten
Aussichten in Deutschland insgesamt ermutigt und kritisierte den
eingepreisten Abschlag als zu ausgeprägt. Mit einem Anstieg um 4,3
Prozent gelang den Aktien ein Hoch seit September.
Auf der Schattenseite des Dax stand Mercedes-Benz .
Die Titel des Premium-Autobauers litten unter einem schwachen
Schlussquartal und vorsichtigen Zielen für das neue Geschäftsjahr.
Nach einem frühen Tief seit Ende Oktober konnten die Anteilsscheine
ihr Minus aber im guten Aktienmarktumfeld etwas einschränken auf 3,5
Prozent.
Der stärkste Konkurrent BMW wurde zwar von Mercedes
mitbelastet, während es die Anteile von VW und
Porsche AG zuletzt immerhin nahe an die
Gewinnschwelle schafften. Im Zulieferbereich wurden die Continental
-Anteile vom Konkurrenten Michelin
gestützt. Die Papiere des französischen Reifenherstellers reagierten
auf angekündigte Aktienrückkäufe.
Mit fast zwei Prozent Plus zeigten sich die Papiere der Deutschen
Börse etwas erholt davon, dass sie sich zuletzt ihrem
Tief seit August 2024 genähert hatten. Der Börsenbetreiber verdiente
2025 dank Übernahmen und guter Geschäfte rund um
Finanzmarkt-Produkte so viel wie noch nie - und tütete daraufhin
gleich die nächste Transaktion ein. Der Daten-, Analyse- und
Indexanbieter ISS Stoxx soll jetzt vollständig übernommen werden.
Schlechte Nachrichten kamen vor allem vom SDax
-Mitglied Hellofresh . Der Kurs des
Kochboxenlieferanten sackte nach Eckdaten für das Jahr 2025 um neun
Prozent ab. Jefferies-Experte Giles Thorne verwies darauf, dass der
Nettoumsatz stärker gesunken sei als befürchtet. Unter der
5-Euro-Marke rückt das bisherige Rekordtief der Aktien aus dem Jahr
2024 näher./tih/mis