Aktien Frankfurt: Dax geht auf Abstand zu 25.000 Punkten
Der Dax hat sich am Mittwoch
etwas von der 25.000-Punkte-Marke entfernt. Schon an den beiden
Vortagen hatte sich die Tausendermarke als zu hohe Charthürde
erwiesen. Anleger begaben sich in Lauerstellung vor dem Jobbericht
aus den USA, der am Nachmittag nachgeholt wird.
Gegen Mittag bewegte sich der Dax ein halbes Prozent tiefer bei
24.873 Punkten. Er entfernte sich damit auch wieder von seiner
Bestmarke von 25.507 Zählern aus dem Januar. Mit einer solchen war
der EuroStoxx , der sich am Mittwoch auch im Minus
bewegte, dem deutschen Leitindex am Vortag ein paar Schritte voraus.
Für den MDax ging es zur Wochenmitte sogar um fast
ein Prozent auf 31.655 Zähler bergab.
"Die US-Arbeitsmarktdaten für den Januar sind so etwas wie die Zahl
der Woche für die Börsen", schrieb am Morgen der Marktbeobachter
Thomas Altmann von QC Partners. Nach einigen enttäuschenden
Berichten werde jetzt eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau
erwartet. Sollte er sich weiter abschwächen, könne dies "den
demnächst scheidenden Fed-Präsidenten Jerome Powell noch einmal
unter politischen Druck bringen."
In puncto Unternehmensberichte war in Deutschland einiges los. Aus
dem Dax konnte die Commerzbank nach den vortags
bereits veröffentlichten Eckdaten nicht damit punkten, dass sich das
Finanzinstitut für 2026 mehr als 3,2 Milliarden Euro Gewinn
vornimmt. Analysten hatten im Schnitt noch etwas mehr erwartet und
so sank der Kurs in einem Umfeld allgemein schwächerer Finanzwerte
um 4,7 Prozent.
Dagegen zogen die Kurse von Immobilienwerten an. Vonovia
erreichten ein Hoch seit Ende November. Am
begehrtesten waren jedoch die Aktien des Energietechnikkonzerns
Siemens Energy , die ihre Rekordjagd mit dem Sprung
über die Marke von 160 Euro fortsetzten. Laut Lucas Ferhani vom
Analysehaus Jefferies lagen die Auftragseingänge, der bereinigte
Gewinn und der Zufluss freier Finanzmittel im ersten
Geschäftsquartal weit über den Erwartungen.
Wieder bemerkbar machten sich nach einer kurzen Stabilisierung die
Sorgen der Anleger, dass die Künstliche Intelligenz gerade in der
Internet- und Softwarebranche einige Geschäftsmodelle gefährden
könnte. Aktien wie SAP , Scout24 und
Zalando gehörten vor diesem Hintergrund wieder zu den
größeren Verlierern, genauso wie Redcare Pharmacy und
Auto1 im MDax.
Außerdem zeigten Rüstungswerte wie Rheinmetall , Renk
oder Hensoldt wieder Schwäche. TKMS
konnten sich dieser Abwärtstendenz nicht entziehen,
obwohl der Marineschiffbauer seine Umsatzprognose nach oben
geschraubt hat. Die Titel des MDax-Mitglieds sanken um drei Prozent.
Gerresheimer schockte die Anleger. Der Kurs brach um
30 Prozent ein. Der Verpackungshersteller verschiebt wegen weiterem
Anpassungsbedarf erneut seinen Geschäftsbericht. Laut dem
UBS-Experten Olivier Calvet kam eine erneute Gewinnwarnung hinzu und
auch der Ausblick auf das neue Jahr liege unter den Erwartungen.
Besseres hatte der Gerresheimer-Konkurrent Schott Pharma
zu berichten, dessen Kurs um sieben Prozent anzog,
nachdem der Start in das neue Geschäftsjahr die Erwartungen klar
übertroffen hatte. Noch deutlicher um neun Prozent stiegen im SDax
jedoch die Verbio -Aktien nach einer
Kaufempfehlung der Deutschen Bank.
Generell gefragt waren noch Stahlwerte, was sich bei Salzgitter
mit 6,6 Prozent Plus zeigte. Die Rally fand statt im
Kielwasser des Konkurrenten ArcelorMittal , der von
Jefferies mit dem Argument politischer Schutzmaßnahmen zum Kauf
empfohlen wurde. Die europäische Stahlbranche werde deutlich höhere
Gewinne einfahren als in der Vergangenheit, argumentierte Analyst
Cole Hathorn./tih/jha/