ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax geht auf Abstand zu 25.000 Punkten
Der Dax hat sich am Mittwoch
ein Stück weit von der 25.000-Punkte-Marke entfernt. An den beiden
Vortagen hatte sich die Tausendermarke schon als zu hohe Charthürde
erwiesen und nun blieb ein weiterer Test zunächst aus. Im Gegenteil:
Gegen Ende der ersten Handelsstunde weitete der Leitindex seinen
Abschlag mit 24.873 Punkten auf 0,46 Prozent aus.
Der MDax verlor zuletzt 0,82 Prozent auf 31.700
Zähler und der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx bewegte
sich nach seinem jüngsten Rekordlauf mit 0,4 Prozent im Minus. Der
Dax hat zu seiner Bestmarke von 25.507 Zählern aus dem Januar noch
einen Weg zu gehen.
Anleger sind am Morgen in Lauerstellung vor dem Jobbericht aus den
USA, der am Nachmittag mitteleuropäischer Zeit nachgeholt wird. Vor
diesem kam zur Wochenmitte auch kein Schwung von den US-Börsen:
Deren Leitindex Dow Jones Industrial konnte zwar am
Vortag seine Rekordjagd fortsetzen, am Ende blieb aber von seinen
Kursgewinnen kaum etwas übrig.
"Die US-Arbeitsmarktdaten für den Januar sind so etwas wie die Zahl
der Woche für die Börsen", schrieb am Morgen der Marktbeobachter
Thomas Altmann von QC Partners. Nach einigen enttäuschenden
Berichten werde jetzt eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau
erwartet. Sollte er sich weiter abschwächen, könne dies "den
demnächst scheidenden Fed-Präsidenten Jerome Powell noch einmal
unter politischen Druck bringen."
In puncto Unternehmensberichte ist am Mittwoch in Deutschland wieder
einiges los. Aus dem Dax konnte die Commerzbank nach
den vortags bereits veröffentlichten Eckdaten nicht damit punkten,
dass sich das Finanzinstitut für 2026 mehr als 3,2 Milliarden Euro
Gewinn vornimmt. Analysten hatten im Schnitt noch mehr erwartet und
so sank der Kurs um 3,5 Prozent.
Siemens Energy sind dagegen heiß begehrt. Mit einem
Kurssprung um mehr als fünf Prozent setzten sie ihre Rekordjagd
fort, in der Spitze kosteten sie erstmals 160 Euro. Der
Energietechnikkonzern profitierte im ersten Geschäftsquartal weiter
von einer hohen Stromnachfrage. Laut Lucas Ferhani vom Analysehaus
Jefferies lagen die Auftragseingänge, der bereinigte Gewinn und der
Zufluss freier Finanzmittel weit über den Erwartungen.
Resultate gab es außerdem von einer Reihe an Unternehmen in der
zweiten und dritten Börsenreihe. TKMS konnten sich
der Abwärtstendenz im Rüstungssektor nicht entziehen, dann auch
andere Branchenwerte wie Rheinmetall , Renk
oder Hensoldt zeigten wieder Schwäche.
TKMS folgten dieser mit 2,3 Prozent Minus, obwohl der
Marineschiffbauer seine Umsatzprognose nach oben geschraubt hat.
An allen Fronten sorgte Gerresheimer für negative
Schlagzeilen, wie die Aktien mit einem Einbruch um mehr als 30
Prozent zeigten. Erstmals seit 2009 kosteten sie wieder unter 20
Euro und dies deutlich. Der Verpackungshersteller musste wegen
weiterem Anpassungsbedarf erneut seinen Geschäftsbericht
verschieben. Laut dem UBS-Experten Olivier Calvet kam eine erneute
Gewinnwarnung hinzu und auch der Ausblick auf das neue Jahr liege
unter den Erwartungen.
Besseres hatte der Gerresheimer-Konkurrent Schott Pharma
zu berichten, dessen Kurs um mehr als acht Prozent
hochschnellte, nachdem der Start in das neue Geschäftsjahr die
Erwartungen klar übertroffen hatte. Trotz anhaltender Unsicherheiten
strahle das Management weiter Optimismus für 2026 aus, schrieb der
Jefferies-Fachmann James Vane-Tempest.
Übertroffen wurde Schott im SDax nur von den
Verbio-Aktien, die nach einer Kaufempfehlung der
Deutschen Bank um fast 12 Prozent hochschnellten. Eine
Kaufempfehlung von der Berenberg Bank machte außerdem Wacker Chemie
im MDax mit mehr als sieben Prozent Plus zum
Spitzenreiter.
Generell gefragt waren noch Stahlwerte, wie Thyssenkrupp
und Salzgitter mit Anstiegen um bis zu
vier Prozent zeigten. Deren Rally dehnte sich aus im Kielwasser von
Konkurrent ArcelorMittal , der von Jefferies mit dem
Argument der politischen Protektionsmaßnahmen zum Kauf empfohlen
wurde. Die europäische Stahlbranche werde deutlich höhere Gewinne
einfahren als in der Vergangenheit, argumentierte Analyst Cole
Hathorn./tih/stk