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Wiener Börse (Nachmittag) - ATX gewinnt 0,45 Prozent / OeNB-Gouverneur sieht Inflation auf Rückzug - Andritz-Aktien geben um 7,31 Prozent nach - Verbund als ATX-Topperformer mit Plus von 3,11 Prozent

Die Wiener Börse hat sich Freitagnachmittag im Plus gezeigt. Der heimische Leitindex ATX drehte im Tagesverlauf auf plus 0,45 Prozent bei 5.662 Punkten. Der ATX Prime gewann 0,35 Prozent auf 2.811 Einheiten. Das europäische Umfeld zeigte sich ebenfalls mehrheitlich im Plus.

Nationalbank-Gouverneur Martin Kocher sieht die Inflation in Österreich deutlich auf dem Rückzug und kündigt eine Senkung der OeNB-Prognose an. Im Dezember war die Nationalbank noch von einer Jahresinflation von 2,4 Prozent ausgegangen. Die am Mittwoch veröffentlichte Schnellschätzung von 2,0 Prozent für den Jänner habe "positiv überrascht", sagte er am Freitag. "Wir haben gewusst, dass die Inflationsrate sinken wird, aber es war dann doch etwas stärker als erwartet", so Kocher. Ursprünglich hätten viele Experten mit Werten um 2,6 oder 2,7 Prozent gerechnet. Trotz der sinkenden Inflation rechnet Kocher nicht mit einem sofortigen Anspringen des Konsums. Die Stimmung sei weiterhin gedrückt, da sich das Preisniveau in den letzten Jahren "massiv erhöht" habe.

In den USA richtet sich heute der Blick auf das Verbrauchervertrauen der Universität Michigan. Es werde erwartet, dass die Stimmung der Verbraucher weiterhin eher gedämpft ausfällt, so die Helaba-Analysten.

Belastet wurde der heimische Leitindex unter anderem von den Andritz-Aktien, die nach vorläufigen Geschäftszahlen für das Jahr 2025 um 7,31 Prozent nachgaben. Der Auftragseingang stieg von 8,3 Mrd. auf 8,9 Mrd. Euro, der Umsatz aber sank um gut 5 Prozent auf 7,9 Mrd. Euro, wie der steirische Maschinen- und Anlagenbauer mitteilte. Die vergleichbare EBITA-Marge betrug trotz des Umsatzrückgangs im vergangenen Jahr 8,9 Prozent. Erste Group Research hatte eine Marge von 8,7 Prozent erwartet. Insgesamt sehen die Analysten daher die veröffentlichten vorläufigen Zahlen aufgrund der über den Erwartungen liegenden Rentabilität für das Geschäftsjahr 2025 als leicht positiv an.

Die Erste Group Research berichtet außerdem von Mayr-Melnhof, die eine prognostizierte nicht zahlungswirksame Wertminderung der Vermögenswerte in der Höhe von 65 bis 75 Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2025 bekannt gegeben haben. Die Analysten betrachten diese Bekanntgabe "eindeutig als negativ". Der Geschäftsbereich Board & Paper von Mayr-Melnhof steht seit mehreren Quartalen unter Druck, belastet durch anhaltende Überkapazitäten, schwache Preise und wiederkehrende EBIT-Verluste sowohl im Geschäftsjahr 2023 als auch im Geschäftsjahr 2024. Die Mayr-Melnhof-Aktie verlor 3,13 Prozent.

Zudem gaben die Werte von Austriacard Holdings (2,57 Prozent) nach. Ebenfalls im roten Bereich fanden sich die Aktien von Bajaj Mobility (minus 2,14 Prozent). Bei der KTM-Mutter wurde am Donnerstag die Einigung auf einen Sozialplan bekannt. Rund 500 Beschäftigte sollen gekündigt werden, die ersten Kündigungen sollen bereits übernächste Woche erfolgen. Die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen laut der Gewerkschaft GPA neben regulären Beendigungsansprüchen zusätzliche finanzielle Leistungen erhalten.

ATX-Topperformer waren Verbund mit einem Plus von 3,11 Prozent. Der heimische Stromkonzern hatte am Donnerstag um 2,94 Prozent nachgegeben. Auch die Werte von EVN stiegen um 1,38 Prozent. Der Luftfahrtzulieferer FACC legte um 1,97 Prozent zu.

Bei den schwergewichteten Bankenwerten stiegen Erste Group um 1,51 Prozent, BAWAG um 1,26 Prozent sowie RBI um 1,16 Prozent.

rst/mik

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