Aktien Frankfurt: Dax kommt nicht voran - Zinsaussichten helfen nicht
Am deutschen Aktienmarkt ist am Donnerstag der
moderat schwächere Dax weiter auf Abstand zur runden
25.000-Punkte-Marke geblieben. Der deutsche Leitindex gab gegen
Mittag um 0,24 Prozent auf 24.544 Punkte nach. Aktien aus dem Auto-,
Energie- und dem Rüstungssektor waren auffällig schwach.
Am Nachmittag steht der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank
(EZB) im Fokus. Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die
Währungshüter die Leitzinsen erneut stabil halten. Da es zu keinen
Zinsänderungen kommen werde und die anschließende Pressekonferenz
ebenfalls wenig Überraschungspotenzial habe, nähmen Investoren
lieber Gewinne mit und positionierten sich an den Seitenlinien,
kommentierte Marktexperte Andreas Lipkow.
Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte zeigte sich
kaum verändert bei 31.501 Punkten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx
50 stand moderat im Minus.
An den Edelmetallmärkten bleibt nach einer langen Rekord-Rally und
anschließender scharfer Korrektur die Lage angespannt. Jochen
Stanzl, Marktanalyst bei der Consorsbank, sprach vom
Edelmetall-Blues. Die Angst vor einer Silber-Schockwelle kehre
zurück.
Im Techsektor erholten sich die Kurse etwas. SAP etwa
gewannen im Dax drei Prozent. Anleger hinterfragen gleichwohl die
hohen Investitionen der Konzerne in Künstliche Intelligenz (KI)
immer stärker. Jüngstes Beispiel ist die Google-Mutter Alphabet
, die im Wettlauf der KI-Entwickler die Ausgaben in
etwa verdoppelt.
Die Berichtssaison hierzulande bietet Geschäftszahlen von
Unternehmen aus dem Dax und den Reihen dahinter. Am späten Abend
folgt der US-Handelsriese Amazon .
Die Aktien von Siemens Healthineers starteten nach
dem Quartalsbericht fest, doch der Schwung ließ rasch nach. Zuletzt
sanken die Titel des Medizintechnikers um fast drei Prozent.
Rüstungswerte wie Rheinmetall gaben unter dem
Eindruck fortdauernder Ukraine-Gespräche nach. Bei Rheinmetall
machen sich Anleger aber vor allem Sorgen, dass die Erwartungen an
2026 zu hoch sein könnten. Die Anteile sackten am Dax-Ende um mehr
als sieben Prozent ab. Die Kursgewinne im laufenden Jahr sind damit
aufgezehrt.
Unter Druck standen die Anteile der Energiekonzerne Eon
und RWE nach zurückhaltenderen
Einschätzungen von Analysten.
Autowerte setzten Anleger auf den Verkaufszettel. Schwache
Quartalszahlen von Volvo Cars galten als Auslöser
dafür. Im Dax lagen Volkswagen , BMW
und Mercedes auf den hinteren Plätzen mit Abschlägen
zwischen zwei und gut drei Prozent.
Rational sprangen im MDax um mehr als zehn Prozent
hoch. Der Großküchenausstatter übertraf mit Geschäftszahlen die
Erwartungen. Das Schlussquartal verlief stark. Aurubis
verloren indes nach Quartalszahlen und ihrem jüngsten
Rekordlauf fast vier Prozent. Hier achten Anleger auch besonders auf
die Entwicklung des Kupferpreises./ajx/jha/