ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Dow nahe Rekordhoch - Nasdaq unter Druck
Der überwiegend mit Standardwerten bestückte
und weltweit wohl bekannteste US-Index Dow Jones Industrial
ist am Mittwoch wieder dicht unter sein Rekordhoch
vom Vortag gestiegen. Dagegen weitete die technologielastige
Nasdaq-Börse ihre kräftigen Verluste vom Dienstag aus und fiel auf
den tiefsten Stand seit November 2025. Anleger fragen sich derzeit
zunehmend, für welche Branchenunternehmen Künstliche Intelligenz
(KI) eher eine Gefahr bedeutet.
Ein Marktexperte sieht im aktuellen Geschehen dennoch lediglich eine
Rotation: "Technologieaktien geben nach, zyklische und defensive
Aktien legen unterdessen zu." Dabei handele es sich aber nicht um
einen "fundamentalen Bruch", sondern eher um eine "technische
Neustrukturierung", auch wenn die Nervosität aktuell recht hoch sei.
Der Dow schloss 0,53 Prozent höher auf 49.501,30 Punkte und wurde
dabei vor allem von Werten wie 3M , Nike
und Amgen beflügelt. Der marktbreite
S&P 500 verlor 0,51 Prozent auf 6.882,72 Zähler und
litt unter der Schwäche schwer gewichteter Technologieaktien.
Der Nasdaq 100 sackte um 1,77 Prozent auf 24.891,24
Punkte ab und hat damit in nur zwei Tagen 3,3 Prozent verloren.
Portfoliomanagerin Stephanie Niven von Ninety One sprach von
"wahllosen Verkäufen" bei gewissen Branchenwerten aus dem Software-
und IT-Bereich. Es sei noch nicht abschließend geklärt, wie viel
davon purer Angst geschuldet oder auch fundamental begründbar sei.
Sie sieht für viele Werte allerdings einen Vertrauensverlust und
neues Vertrauen müsse nun erst einmal wieder hergestellt werden.
Die Rotation weg von Softwareaktien zeigte nach den deutlichen
Vortagsverlusten kaum Anzeichen einer Abschwächung. Anleger sorgen
sich über Geschäftsrisiken in der Branche aufgrund der Einführung
neuer und besserer KI-Tools.
Unter den Dow-Werten wurden vor allem die Aktien von Nvidia
, Amazon und IBM vom
Ausverkauf erwischt. Sie fielen um 2,4 bis 3,4 Prozent. Besonders
steil abwärts ging es im Nasdaq für die Aktien des
App-Entwicklungsdienstleisters Applovin , die um
weitere rund 16 Prozent abrutschten, nachdem sie bereits in den drei
vorangegangenen Handelstagen abgesackt waren. Seit Weihnachten hat
sich der Kurs von Applovin fast halbiert.
AMD schlossen sich dem allgemeinen Abwärtstrend der
Techbranche mit einem Kurseinbruch um 17,3 Prozent an. Allerdings
gab es hier noch individuelle negative Nachrichten. So enttäuschte
die Umsatzprognose, was als Anzeichen dafür gesehen wurde, dass der
Chiphersteller nicht die erwarteten Fortschritte im KI-Bereich
erzielt.
Auch im Gaming-Bereich machten sich zuletzt Sorgen bemerkbar, dass
KI bald die Branche aufmischen dürfte. Die Titel von TakeTwo
setzten ihre Ende Januar begonnene steile Talfahrt
mit einem Kursrutsch um weitere 5,4 Prozent fort, obwohl das dritte
Geschäftsquartal die Erwartungen deutlich übertraf.
Ein Lichtblick waren US-Pharmawerte, die von Eli Lilly
mit einem Kurssprung um 10,3 Prozent auf etwas über
1.100 Dollar angeführt wurden. Die Papiere nähern sich wieder dem
Rekordhoch von knapp 1.134 Dollar von Anfang des Jahres. Durch den
Anstieg der Aktie kletterte der Börsenwert des Pharmakonzerns auch
wieder über die Marke von einer Billion Dollar. Anders als der
europäische Konkurrent Novo Nordisk , dessen Kurs in
Kopenhagen um 18 Prozent einbrach, glänzten die Amerikaner im
Wettkampf um Gewichtssenker-Produkte mit ihrer Prognose für 2026.
Aus dem Pharmabereich legten zudem die Aktien von Amgen
um 8,2 Prozent zu. Wegen des starken Absatzes seiner
Topmedikamente im abgelaufenen Quartal hatte das
Biotechnologie-Unternehmen überraschend viel verdient./ck/he