ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Gewinne nach Trumps Fed-Nominierung
An den europäischen Aktienmärkten
hat es vor dem Wochenende eine Erholung gegeben. Zum Thema wurde an
den Finanzmärkten, dass US-Präsident Donald Trump für die Spitze der
Notenbank Fed mit dem früheren Fed-Gouverneur Kevin Warsh einen
Nachfolger nominierte, der eigentlich nicht als Verfechter einer zu
lockeren Geldpolitik bekannt ist. Während dies die US-Börsen
belastete, konnten die Aktienmärkte hierzulande ihr Plus etwas
ausbauen.
Mit einem Anstieg um 0,95 Prozent auf 5.947,81 Punkte erholte sich
der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 am Freitag von
seinen Verlusten der beiden Vortage. Seine Wochenbilanz konnte er
fast noch ausgleichen, indem er den Abschlag auf nur noch eine
Nuance reduzierte.
Außerhalb der Eurozone gewann der britische Leitindex FTSE 100
0,51 Prozent auf 10.223,54 Zähler. Mit dem Schweizer
SMI ging es um 0,31 Prozent auf 13.188,26 Punkte nach
oben.
Die Fed-Personalie hinterließ an den Finanzmärkten ihre Spuren und
dies wirkte sich auf Sektorseite aus, indem die Rohstoffwerte
mächtig unter Druck gerieten: Deren Teilindex sackte um 2,4 Prozent
ab von seinem Vortagshoch seit 2008. Gold und Silber hatten ihre
Höhenflüge jäh beendet und damit auf den Dollar-Anstieg sowie die
Perspektive einer künftig vielleicht doch nicht so lockeren
US-Geldpolitik reagiert.
Vergleichsweise stark präsentierten sich dagegen Banken
sowie Telekom- und Technologiewerte
. Im Telekombereich halfen gute Vorgaben von
US-Unternehmen und im Technologiebereich das deutsche Schwergewicht
SAP mit einer Erholung vom Vortagseinbruch.
ASML gewannen im Tech-Sektor etwa zwei Prozent an
Wert, womit sie sich auch guten Vorgaben aus Übersee anschlossen.
Verwiesen wurde dabei auf einen Kurssprung des
US-Speicherherstellers Sandisk und Aussagen von Apple hinsichtlich
einer Halbleiterknappheit. Bei Speicherchips komme damit ein
"beispielloser Preisanstieg" einher, schrieb RBC-Experte Srini
Pajjuri mit Blick auf Sandisk. Der Superzyklus mit NAND-Speichern
sei "in vollem Gange".
Nachdem es am Vortag eine Flut von Quartalszahlen gegeben hatte, war
das Aufkommen am Freitag diesbezüglich überschaubarer. Positives gab
es von der Swatch Group zu berichten, deren Anteile
nach Vorlage von Jahreszahlen um 13 Prozent nach oben schnellten.
Der Uhrenhersteller verbuchte 2025 zwar einen massiven
Gewinneinbruch, aber der Markt konzentrierte sich auf die
Erholungszeichen zum Jahresende hin.
Viel Bewegung gab es auch beim Elektrogerätehersteller Electrolux
, dessen Anteile der B-Gattung um 14,6 Prozent nach
oben sprangen. Auch hier sahen Anleger ermutigende Anzeichen im
Bericht zum vierten Quartal, das mit einer deutlichen
Gewinnverbesserung einherging.
Aktien von Signify reagierten dagegen mit einem
Einbruch von über 17 Prozent auf schwache Quartalszahlen und einen
enttäuschenden Ausblick. JPMorgan-Analyst Akash Gupta sprach von
einer massiven Gewinnwarnung der Niederländer. Der Umsatz und vor
allem das operative Ergebnis im vierten Quartal hätten enttäuscht.
Auch das Profitabilitätsziel für 2026 liege klar unter der
Markterwartung./tih/men