ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Leichte Verluste vor Zinssignalen der Fed
Vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed
am Mittwochabend hat der deutsche Aktienmarkt den Rückwärtsgang
eingelegt. Der Dax sank zwischenzeitlich auf den
tiefsten Stand seit einer Woche und verlor zum Handelsschluss 0,29
Prozent auf 24.822,79 Punkte. Tags zuvor war der deutsche Leitindex
kurzzeitig über die viel beachtete Marke von 25.000 Punkten
gestiegen, letztlich aber wieder abgedreht. Der MDax
der mittelgroßen Börsenwerte gab zur Wochenmitte um 0,28 Prozent auf
31.640,37 Zähler nach.
Die US-Notenbank wird am Abend den Leitzins aus Sicht von Experten
nicht weiter senken. Im Dezember hatte sie ihn noch um 0,25
Prozentpunkte verringert, im vergangenen Jahr um insgesamt 0,75
Punkte. Begründet wurden die Lockerungen trotz einer hartnäckigen
Inflation mit einem sich abschwächenden Arbeitsmarkt.
Im Blick der Finanzmärkte steht aber vor allem der Kampf um die
Unabhängigkeit der Fed im Zuge des anstehenden Führungswechsels.
US-Präsident Donald Trump übt seit Monaten starken Druck auf
Notenbankchef Jerome Powell aus. Zuletzt eskalierte der Konflikt mit
der Einleitung rechtlicher Maßnahmen gegen ihn, dessen Amtszeit im
Mai endet. Die heftigen Attacken Trumps und seine Forderung nach
Zinssenkungen verunsichern die Finanzmärkte. "Der Fed kommt die
schon länger absehbare Pause bei den Zinssenkungen daher wohl
gelegen, da sie mit ihr ihre Unabhängigkeit demonstrieren kann",
kommentierte Commerzbank-Volkswirt Bernd Weidensteiner.
Gesucht waren deutsche Hightech-Aktien nach starken Quartalszahlen
und optimistischen Prognosen des Halbleiterindustrie-Ausrüsters ASML
. Der niederländische Konzern profitiert weiter stark
vom KI-Boom. Dies trieb die Papiere von Jenoptik um
fast 9 Prozent nach oben. Für den Hersteller von optischen Systemen
und Lasern ist ASML laut Analysten der wichtigste Kunde.
Gute Nachrichten gab es auch vom südkoreanischen Chip-Hersteller SK
Hynix , der dank des KI-Booms ein Rekordquartal
verzeichnete. Am Vorabend hatte bereits der US-Chipkonzern Texas
Instruments mit robusten Quartalsprognosen überzeugt.
Daraufhin stiegen Infineon um 2,6 Prozent und Elmos
Semiconductor um 4,0 Prozent.
Eine Razzia bei der Deutschen Bank setzte deren
Papiere unter Druck. Wegen des Verdachts der Geldwäsche hat die
Justiz Gebäude des größten deutschen Geldhauses in Frankfurt und
Berlin durchsucht. Hintergrund sind frühere Geschäftsbeziehungen des
Instituts zu ausländischen Gesellschaften, die ihrerseits im
Verdacht stehen, Geldwäsche betrieben zu haben. Aktien der Deutschen
Bank verloren 2 Prozent.
Aktien von Wacker Chemie fielen um 4,0 Prozent. Der
Chemiekonzern habe beim operativen Gewinn im vierten Quartal selbst
die zuletzt deutlich gesunkenen Markterwartungen noch klar verfehlt,
kommentierte Analyst Chetan Udeshi von JPMorgan. Eine
optimistischere Gewinnprognose des Hamburger Kupferproduzenten
Aurubis trieb den Aktienkurs auf ein Rekordhoch. Aus dem Handel
gingen die Titel 2,7 Prozent höher.
Der EuroStoxx 50 fiel am Mittwoch um 1,0 Prozent auf
5933,20 Zähler. Außerhalb der Eurozone büßte der schweizerische SMI
1,5 Prozent ein. Der Verlust des britische FTSE 100
war deutlich geringer. An den US-Börsen überwand der
marktbreite S&P 500 erstmals die Marke von 7.000
Punkten. Vor allem Tech-Aktien waren dort gesucht./bek/he