Aktien New York: Positiver Wochenauftakt - Big-Tech-Zahlen und Fed-Politik
Die Anleger am US-Aktienmarkt sind
zuversichtlich in eine ereignisreiche Woche gegangen. Ganz große
Risiken mieden sie aber. Der Leitindex Dow Jones Industrial
stieg am Montag rund zwei Stunden vor dem Handelsende
um 0,6 Prozent auf 49.384,43 Punkte. Der technologielastige Nasdaq
100 gewann 0,6 Prozent auf 25.766,48 Punkte und für
den marktbreiten S&P 500 ging es um 0,6 Prozent auf
6.959,22 Punkte nach oben.
In dieser Woche steht unter anderem die Zinsentscheidung der
Notenbank Fed am Mittwoch auf der Agenda. Die Fed wird die
Leitzinsen zwar aller Voraussicht nach unverändert belassen. Viel
wichtiger ist jedoch die immer noch offene Frage nach dem nächsten
Fed-Chef. Die Amtszeit von Jerome Powell, der unter starkem Druck
von US-Präsident Donald Trump steht, endet im Mai. Als Nachfolger
von Powell gehandelt werden unter anderem Rick Rieder, Manager beim
Vermögensverwalter Blackrock, und der frühere Notenbanker Kevin
Warsh.
Ferner dürften auch die Quartalsberichte der Tech-Giganten Apple
, Microsoft , Tesla und
Meta in den nächsten Tagen große Strahlkraft haben.
Anleger werden einmal mehr darauf achten, inwieweit sich die
massiven Investitionen der Konzerne in Künstliche Intelligenz
auszahlen.
Am Markt diskutiert wird zu Wochenbeginn auch die Möglichkeit einer
erneuten teilweisen Schließung der US-Regierungsgeschäfte. Denn die
Demokraten im Senat bestehen darauf, dass die Finanzierung des
Heimatschutzministeriums ausgesetzt wird, bis sich der Kongress auf
neue Leitlinien für die Durchsetzung der Einwanderungsgesetze
einigen kann. Zuvor hatten Beamte in diesem Jahr in Minnesota zwei
US-Bürger getötet.
Vorne im Dow Jones waren die Aktien des Netzwerkwerk- und
IT-Spezialisten Cisco . Sie versuchten mit einem
Kursplus von gut drei Prozent den Ausbruch nach oben aus der
jüngsten, seit Mitte Dezember laufenden Konsolidierung. Gefragt
waren auch die Papiere des iPhone-Konzerns Apple. Sie legten um fast
drei Prozent zu.
Wie zuvor schon in Europa waren auch jenseits des Atlantiks die
Aktien von Minengesellschaften gefragt. Sie profitieren weiterhin
vom Anstieg des Preises für Gold , der erstmals die
Marke von 5.000 US-Dollar geknackt hatte. Zu den stärksten Treibern
des Edelmetalls zählen geopolitische Risiken, die Käufe von
Notenbanken und die Spekulation auf früher oder später weiter
sinkende Zinsen in den USA. Barrick Mining und
Newmont zogen jeweils um gut zweieinhalb Prozent an.
Der Pharmakonzern Merck & Co beendete derweil laut
einem Bericht des "Wall Street Journal" Gespräche zur Übernahme des
Biotech-Unternehmens Revolution Medicines . Die beiden
Unternehmen hätten sich nicht auf einen Kaufpreis einigen können,
hieß es. Der Kurs der Anteilsscheine von Revolution Medicines brach
um 16 Prozent ein. Die Merck-Papiere fielen um 0,7 Prozent.
Um zuletzt noch gut ein halbes Prozent nach unten ging es für
Boeing-Aktien, die sich damit aber bereits vom
Tagestief absetzten. Die Papiere des Flugzeugbauers- und
Rüstungskonzerns waren zuletzt auch sehr stark gelaufen, sodass
einige kurzfristig orientierte Anleger wohl erst einmal Gewinne
realisierten.
Die Intel-Aktien fielen weiter von ihrem
Mehrjahreshoch zurück, und zwar um mehr als fünf Prozent. Das lange
Zeit kriselnde Unternehmen hatte in der vergangenen Woche die
Erwartungen der Anleger mit einem Geschäftsausblick enttäuscht. So
hatte sich der Kurs zuvor seit Mitte September in etwa verdoppelt.
Das Unternehmen kann die Nachfrage nach Server-Chips für
KI-Anwendungen nicht bedienen, da bei der Produktion mit der neuen
Prozessorarchitektur "Intel A18" die Ausbeute noch nicht hoch genug
ist, wie Analyst Ingo Wermann von der DZ Bank erklärt./mis/stk