ROUNDUP/Aktien New York: Gewinne vor Big-Tech-Zahlen und Fed-Zinsentscheid
Zu Beginn einer ereignisreichen Woche haben die
Anleger am US-Aktienmarkt vorsichtig zugegriffen. Der Leitindex Dow
Jones Industrial stieg am Montag kurz nach dem
Auftakt um ein halbes Prozent auf 49.333,36 Punkte. Der
technologielastige Nasdaq 100 gewann 0,4 Prozent auf
25.709,84 Punkte und für den marktbreiten S&P 500
ging es um ein halbes Prozent auf 6.951,01 Punkte nach oben.
In dieser Woche steht unter anderem die Zinsentscheidung der
Notenbank Fed am Mittwoch auf der Agenda. Die Fed wird die
Leitzinsen zwar aller Voraussicht nach unverändert belassen. Viel
wichtiger ist jedoch die immer noch offene Frage nach dem nächsten
Fed-Chef. Die Amtszeit von Jerome Powell, der unter starkem Druck
von US-Präsident Donald Trump steht, endet im Mai. Als Nachfolger
von Powell gehandelt werden unter anderem Rick Rieder, Manager beim
Vermögensverwalter Blackrock, und der frühere Notenbanker Kevin
Warsh.
Ferner dürften auch die Quartalsberichte der Tech-Giganten Apple
, Microsoft , Tesla und
Meta in den nächsten Tagen große Strahlkraft haben.
Anleger werden einmal mehr darauf achten, inwieweit sich die
massiven Investitionen der Konzerne in Künstliche Intelligenz
auszahlen.
Am Markt diskutiert wird zu Wochenbeginn auch die Möglichkeit einer
erneuten teilweisen Schließung der US-Regierungsgeschäfte. Denn die
Demokraten im Senat bestehen darauf, dass die Finanzierung des
Heimatschutzministeriums ausgesetzt wird, bis sich der Kongress auf
neue Leitlinien für die Durchsetzung der Einwanderungsgesetze
einigen kann. Zuvor hatten Beamte in diesem Jahr in Minnesota zwei
US-Bürger getötet.
Vorne im Dow Jones waren die Aktien des Netzwerkwerk- und
IT-Spezialisten Cisco . Sie versuchten mit einem
Kursplus von 2,5 Prozent den Ausbruch nach oben aus der jüngsten,
seit Mitte Dezember laufenden Konsolidierung. Gefragt waren auch die
Papiere des iPhone-Konzerns Apple. Sie legten um 2,4 Prozent zu.
Wie zuvor schon in Europa waren auch jenseits des Atlantiks die
Aktien von Minengesellschaften gefragt. Sie profitieren weiterhin
vom Anstieg des Preises für Gold , der erstmals die
Marke von 5.000 US-Dollar geknackt hatte. Zu den stärksten Treibern
des Edelmetalls zählen geopolitische Risiken, die Käufe von
Notenbanken und die Spekulation auf früher oder später weiter
sinkende Zinsen in den USA. Barrick Mining zogen um
3,6 Prozent an, Newmont Mining um 3,1 Prozent.
Der Pharmakonzern Merck & Co beendete derweil laut
einem Bericht des "Wall Street Journal" Gespräche zur Übernahme des
Biotech-Unternehmens Revolution Medicines . Die beiden
Unternehmen hätten sich nicht auf einen Kaufpreis einigen können,
hieß es. Der Kurs der Anteilsscheine von Revolution Medicines brach
um knapp ein Fünftel ein. Die Merck-Papiere notierten kaum
verändert.
Um 1,1 Prozent nach unten ging es indes für
Boeing-Aktien. Allerdings waren die Papiere des
Flugzeugbauers- und Rüstungskonzerns zuletzt auch sehr stark
gelaufen, sodass einige kurzfristig orientierte Anleger wohl erst
einmal Gewinne realisierten.
Die Intel-Aktien fielen weiter von ihrem
Mehrjahreshoch zurück, und zwar um 4,4 Prozent. Das lange Zeit
kriselnde Unternehmen hatte in der vergangenen Woche die Erwartungen
der Anleger mit einem Geschäftsausblick enttäuscht. So hatte sich
der Kurs zuvor seit Mitte September in etwa verdoppelt. Das
Unternehmen kann die Nachrage nach Server-Chips für KI-Anwendungen
nicht bedienen, da bei der Produktion mit der neuen
Prozessorarchitektur "Intel A18" die Ausbeute noch nicht hoch genug
ist, wie Analyst Ingo Wermann von der DZ Bank erklärt./mis/stk