ROUNDUP 2: Edelmetalle setzen Höhenflug fort - Gold erstmals über 5.000 Dollar
(neu: Kurse, Experten und Details)
LONDON (dpa-AFX) - Der Höhenflug der Edelmetalle setzt sich mit viel
Schwung fort. Der Goldpreis
Preistreiber im vergangenen Jahr waren unter anderem die vielen Konflikte weltweit. Auch 2026 sorgten politische Spannungen für mehr Nachfrage. So führten Experten die Gewinne in den ersten Handelstagen des Jahres vor allem auf die Lage im Iran und die zeitweisen Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump gegen acht europäische Staaten im Zusammenhang mit Grönland zurück.
Edelmetalle - allen voran Gold - gelten bei vielen Investoren als "sichere Häfen" in Krisenzeiten. Daneben gibt es Sorgen um die Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed. Die wiederholten Angriffe von Trump auf Fed-Chef Jerome Powell schüren die Angst, dass die mächtige Notenbank künftig nicht mehr unabhängig agieren, sondern politisch gesteuert werden könnte.
Zentralbanken weltweit, insbesondere aus Schwellenländern wie China, haben ihre Goldreserven in den vergangenen Jahren deutlich aufgestockt. Diese Käufe sollen die nationalen Reserven unabhängiger vom Dollar machen und gelten als wichtiger Preistreiber.
Auch sinkende Zinsen, wie zuletzt von der US-Notenbank Fed, spielen oft eine Rolle, wenn der Goldpreis steigt. Da Gold weder Zinsen noch Dividenden abwirft, verstärkt die Aussicht auf fallende Zinsen die Nachfrage nach dem Edelmetall. Bei niedrigeren Zinsen werden festverzinsliche Anlagen wie Staatsanleihen im Vergleich dazu weniger attraktiv.
Gold wird als wertbeständig angesehen und hat über lange Zeiträume hinweg seinen Wert behalten. Das Edelmetall hat Kriege, Währungsreformen und Rezessionen überstanden, was es für viele als langfristige Anlage attraktiv macht. Die Stiftung Warentest etwa empfiehlt, rund zehn Prozent des Gesamtvermögens in Gold zu investieren. Gold solle jedoch nur mit Geld gekauft werden, das man langfristig entbehren kann.
Trotz des Höhenflugs halten einige Banken noch höhere Goldpreise für
möglich. So hob die US-Investmentbank Goldman Sachs
Auch Silber ist an der Börse begehrt: Der Preis für eine Feinunze war am Freitag erstmals über 100 Dollar je Unze gestiegen. Am Montag stieg der Silberpreis bis auf den Rekordstand von 110 Dollar. Silber ist aber auch ein wichtiges Industriemetall, das für viele Anwendungen rund um KI, Robotik und Energie benötigt wird. Silber war zuletzt auch stärker gefragt als Gold. Der Preis für Silber war 2025 um fast 150 Prozent nach oben geklettert und damit deutlich stärker als der Goldpreis.
"Silber profitiert zudem von seiner Doppelrolle als Anlage- und Industriemetall", kommentierte Alexander Zumpfe, Edelmetallhändler bei Heraeus. "Die Nachfrage aus Sektoren wie Photovoltaik, Elektronik und Elektromobilität bleibt hoch, während gleichzeitig verstärkte Zuflüsse über Futures und Exchange-Traded-Produkte die Preisdynamik beschleunigen." Diese Kombination mache Silber besonders anfällig für starke Bewegungen nach oben wie nach unten. Zumpfe warnt jedoch auch: "Silber ist historisch für abrupte Korrekturen bekannt. Kurzfristige Gewinnmitnahmen sind jederzeit möglich."
Deutschland verfügt nach Angaben der Bundesbank über den weltweit zweitgrößten Goldbestand nach den USA. Der Goldbestand deckt einen großen Teil der deutschen Währungsreserven ab. Rund 37 Prozent des Goldbestands lagern in Tresoren der US-Notenbank Fed in New York.
Ende 2024 hielt die Deutsche Bundesbank nach eigenen Angaben rund 3.352 Tonnen, was schon damals einem Wert von gut 270 Milliarden Euro entsprach. Den privaten Goldbesitz der Menschen in Deutschland bezifferte die Steinbeis-Hochschule Berlin 2024 auf gut 9.000 Tonnen in Form von Barren, Münzen oder Schmuck./jsl/jkr/bf/
ISIN XC0009655157
AXC0155 2026-01-26/13:22
Relevante Links: Goldman Sachs Group Inc.