Aktien Frankfurt: Stagnierender Ifo-Index macht Dax etwas zu schaffen
Nach einem stabilen Handelsstart ist der
deutsche Aktienmarkt am Montag nach frischen Konjunkturdaten moderat
ins Minus abgedriftet. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat
sich zum Jahresbeginn nicht verbessert. Im Januar verharrte das
Ifo-Geschäftsklima bei 87,6 Punkten. Volkswirte hatten hingegen im
Schnitt mit einem Anstieg auf 88,2 Punkte gerechnet.
Der Dax notierte gegen Mittag 0,3 Prozent tiefer bei
24.832 Punkten, nachdem er in der Vorwoche rund anderthalb Prozent
eingebüßt hatte. Der MDax der mittelgroßen
Börsenwerte gab am Montag um 0,5 Prozent auf 31.591 Zähler nach. Der
Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor rund 0,2
Prozent.
"Die deutsche Wirtschaft startet ohne Schwung ins neue Jahr",
bemerkte Ifo-Präsident Clemens Fuest die jüngsten Daten. "Zwar
konnte eine Bruchlandung der Unternehmensstimmung aufgrund der
Rücknahme der Zolldrohung durch die USA vermieden werden, doch sie
scheint Spuren hinterlassen zu haben", kommentierte Andreas
Scheuerle, Volkswirt bei der Dekabank. Sein Commerzbank-Kollege Jörg
Krämer konstatierte: "Offenbar sind viele Unternehmen über das
Ausbleiben breit basierter Reformen enttäuscht."
Die neue Woche steht im Zeichen der Quartalsberichtssaison der
Unternehmen. Mit der Deutschen Bank und SAP
präsentieren die ersten beiden Dax-Mitglieder ihre
Bilanzen. In den USA werden die Resultate unter anderem von
Microsoft , Tesla und Apple
erwartet. Zudem steht die Zinsentscheidung der
US-Notenbank Fed am Mittwochabend auf der Agenda.
Am Montag ging es bereits mit den Zahlen von Stabilus
los. Der Auto- und Industriezulieferer bekam auch im abgelaufenen
Quartal die schwächere Nachfrage in der Autoindustrie zu spüren. Der
Umsatz schrumpfte um 10,7 Prozent und das bereinigte operative
Ergebnis um knapp 23 Prozent. Dennoch wurden die Ziele für das
laufende Geschäftsjahr 2025/26 (Ende September) bestätigt. Die
Aktien legten um 0,5 Prozent zu.
Für die Papiere von Friedrich Vorwerk ging es um 4,9
Prozent auf das höchste Niveau seit November nach oben. Der
Pipeline- und Anlagenbauer für Erdgas-, Strom- und
Wasserstoffanwendungen übertraf nach einem kräftigen Schlussspurt
seine Ziele für das vergangene Jahr. Von der guten
Geschäftsentwicklung profitierte auch die Beteiligungsgesellschaft
MBB , die gut die Hälfte des Unternehmens hält. Die
Profitabilität (Ebitda-Marge) von MBB kletterte auf rund 18 Prozent
und damit stärker als von den Berlinern avisiert. Die
MBB-Anteilsscheine schnellten als bester SDax-Wert um 6,5 Prozent
hoch.
Die Deutsche Bank baut ihr Privatkundengeschäft
weiter um. "Bis Ende 2026 sollen im Rahmen der bestehenden Programme
noch rund 100 Standorte wegfallen, nachdem es schon in den
vergangenen Jahren Kürzungen gab", sagte Privatkundenvorstand
Claudio de Sanctis dpa und dpa-AFX. Ende vergangenen Jahres hatten
Deutsche Bank und Postbank in Deutschland zusammen gut 750
Zweigstellen. Die Aktie stieg um 1,5 Prozent.
Der Gewerbeimmobilien-Spezialist Aroundtown will im
laufenden Jahr eigene Aktien für bis zu 250 Millionen Euro
zurückkaufen. Das Unternehmen habe sich 2025 stark entwickelt, der
Aktienkurs spiegele dies aber nicht angemessen wider, hieß es zur
Begründung. Die Titel von Aroundtown verteuerten sich um 5,7
Prozent.
Für die Papiere von Delivery Hero ging es nach einer
positiv interpretierten Analystenstudie um 4,3 Prozent nach oben.
JPMorgan-Experte Marcus Diebel sprach von Konsolidierungsfantasie in
der Essenslieferbranche und zählt Delivery Hero zu seinen
Favoriten./edh/men