Kreise: Thyssenkrupp will Anteil am Wälzlager-Hersteller Rothe Erde verkaufen
Der Industriekonzern Thyssenkrupp
erwägt laut Insidern den Verkauf einer Beteiligung am Hersteller von
Wälzlagern Rothe Erde. Dabei gehe es um einen Anteil von rund 30
Prozent, für den der MDax -Konzern das Interesse
potenzieller Käufer auslote, schrieb die Nachrichtenagentur
Bloomberg am Freitag unter Berufung auf mit der Sache vertraute
Personen. Dabei würde der Bereich, der Branchen wie Windenergie,
Bau, Transport und Öl & Gas bedient, mit etwa 1,5 Milliarden Euro
bewertet. "Wir erhalten regelmäßig Angebote für verschiedene
Transaktionsmöglichkeiten und halten uns alle Optionen offen und
prüfen jedes Angebot", zitiert Bloomberg einen Sprecher von
Thyssenkrupp.
Die Aktien von Thyssenkrupp bauten daraufhin am Freitag kurz vor dem
Handelsschluss ihre Gewinne aus. Nach einer starken Erholung 2025
haben sie im noch jungen Jahr 2026 schon wieder gut ein Fünftel
gewonnen.
Die Essener stecken aktuell in einem tiefgreifenden Umbau. So ist
für die Stahlsparte - Deutschlands größtem Stahlhersteller - ein
Sanierungskurs geplant, der den Abbau und die Auslagerung von
Tausenden Stellen vorsieht. In den Verhandlungen über eine Übernahme
von Steel Europe (TKSE) soll der indische Stahlkonzern Jindal
weitere Kostensenkungen verlangen, wie die "Rheinische Post" Mitte
Januar berichtet hatte.
Im Oktober hatte Thyssenkrupp seine Marineschiffbausparte TKMS
an die Börse gebracht, dabei aber die Mehrheit der
Aktien behalten. Auch die drei übrigen Geschäftsfelder Autoteile,
Werkstoffhandel und grüne Technologien will der Konzern in den
kommenden Jahren eigenständig aufstellen und kapitalmarktfähig
machen. Thyssenkrupp soll mittelfristig eine strategische
Konzernführungsgesellschaft mit eigenverantwortlichen Einheiten
werden./mis/he