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Wiener Börse (Nachmittag) - ATX gibt um 0,43 Prozent nach / Geopolitische Themen trotz leichter Entspannung weiter präsent - IWF-Chefin ruft zu verstärkten globalen Wachstumsanstrengungen auf - RBI-Aktien verlieren 2,51 Prozent

Die Wiener Börse hat sich zum Wochenausklang schwach entwickelt. Der ATX gab bis Freitagnachmittag um 0,43 Prozent auf 5.521 Punkte nach. Der heimische Leitindex hatte am Donnerstag erstmals die Hürde von 5.500 Zählern übersprungen. Der ATX Prime verlor 0,39 Prozent auf 2.741 Einheiten. Das europäische Umfeld zeigte sich weiter uneinheitlich.

Die geopolitischen Themen Grönland und US-Zölle bleiben trotz leichter Entspannung präsent. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos rief IWF-Chefin Kristalina Georgiewa zu verstärkten globalen Wachstumsanstrengungen auf. Der Internationale Währungsfonds habe zwar seine Prognose für das globale Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr von 3,1 auf 3,3 Prozent hochgeschraubt. Doch wenn diese Aufwärtskorrektur nun als "schöne Geschichte" gefeiert werde, müsse sie antworten: "Schön, aber nicht genug." Es gelte, sich nicht in Selbstzufriedenheit zurückzulehnen: "Das Wachstum ist nicht stark genug", betonte sie auf dem Forum. Dies gelte auch angesichts der zum Teil hohen Verschuldung vieler Staaten, die ihnen wie ein Mühlstein um den Hals hänge.

Am Vormittag rückten Konjunkturdaten in den Mittelpunkt. Der von S&P Global ermittelte Einkaufsmanagerindex verharrte nach einer ersten Schätzung im Jänner in der Eurozone auf 51,5 Punkten. Volkswirte hatten im Schnitt einen Anstieg auf 51,9 Punkte erwartet. Während sich die Stimmung in den Industriebetrieben verbesserte, hat sie sich im Bereich Dienstleistungen überraschend eingetrübt.

In Deutschland, der größten Volkswirtschaft der Eurozone, verbesserte sich hingegen die Stimmung sowohl im Dienstleistungssektor als auch in der Industrie. In Frankreich hat sich wiederum die Stimmung im Bereich Dienstleistungen überraschend und deutlich verschlechtert. Der Indikator fiel zudem unter die Expansionsschwelle. Der Stimmungsindikator für die Industriebetriebe konnte hingegen überraschend zulegen.

Unternehmensseitig stand zu Beginn des Wochenausklangs der niederösterreichische Ölfeldausrüster SBO im Fokus. Die Analysten der Berenberg Bank senkten ihre Anlageempfehlung für die SBO-Aktien von "Buy" auf "Hold". Das Kursziel wurde vom zuständigen Experten Richard Dawson von 35 auf 31 Euro gekürzt. Die Werte gaben am Nachmittag um 1,39 Prozent auf 31,9 Euro nach.

Am unteren Ende des ATX-Feldes lag die heimische Raiffeisen Bank International (RBI). Die Analysten von Barclays haben ihr Kursziel für die RBI-Aktien von 34 auf 36 Euro angehoben. Das Anlagevotum wurde vom zuständigen Experten Krishnendra Dubey bei "equal weight" belassen. Die Fortschritte bei Friedensverhandlungen zum Ukrainekrieg würden dazu beitragen, die geopolitische Unsicherheit in der Region zu verringern und die Risikoprämien für die Region zu senken, hieß es. Trotzdem gaben die RBI-Werte um 2,51 Prozent nach.

Der niederösterreichische Energieversorger EVN kündigte einen neuen und günstigeren Stromtarif ab 1. April an. Dieser soll bei durchschnittlich etwa zehn Cent netto pro Kilowattstunde liegen. Er habe Gültigkeit für alle Bestands- und Neukunden und enthalte zusätzlich auch einen Rabatt für den Umstieg oder Neuabschluss, hieß es von EVN. Die Werte verloren 2,47 Prozent.

Verluste gab es auch bei den Aktien von Do&Co (minus 1,94 Prozent) und Vienna Insurance Group (VIG) mit einem Minus von 2,29 Prozent. Kapsch TrafficCom gaben um 2,32 Prozent nach.

Zulegen konnten hingegen die Werte von FACC (plus 1,59 Prozent), OMV (plus 1,59 Prozent), Zumtobel (plus 1,57 Prozent) und RHI Magnesita (plus 1,55 Prozent).

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