Aktien Frankfurt: Kaum verändert - Adidas auf Tief seit fast drei Jahren
Nach der Stabilisierung am Vortag hat sich am
Freitag am deutschen Aktienmarkt wenig getan. Am Donnerstag hätten
die Anleger noch "im großen Stil gekauft", schrieb Portfoliomanager
Thomas Altmann von QC Partners - mit dem höchsten Handelsumsatz in
den 40 Dax-Werten in diesem Jahr.
Nun agierten sie vor dem Wochenende wieder zurückhaltender. Der Dax
lag am Freitagmittag 0,1 Prozent im Plus bei 24.884
Punkten. Zeitweise war der Dax im Wochenverlauf bis auf fast 24.349
Punkte gesunken und hatte seit dem Rekord der Vorwoche bei 25.507
Punkten dabei 4,5 Prozent abgegeben. Auslöser war eine Zolldrohung
des US-Präsidenten Donald Trump, die inzwischen aber wieder vom
Tisch ist.
Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte veränderte sich
am Freitag mit 31.696 Punkten prozentual kaum. Der
Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank derweil 0,3
Prozent. Er hatte sich nach Rekorden in der Vorwoche und
anschließender Korrektur tags zuvor ebenfalls erholt.
Am Dax-Ende lagen Adidas mit zeitweise über 6 Prozent
Kursminus auf dem tiefsten Niveau seit fast drei Jahren. Die
kanadische Bank RBC strich ihre positive Empfehlung für den
Sportartikelhersteller. Adidas schlage sich in einem recht
schwierigen globalen Umfeld gut, doch die Markterwartungen für 2026
seien hoch, schrieb der Analyst Piral Dadhania. Am Freitag ebenfalls
schwache Puma-Papiere stehen im Kurschart insgesamt noch
vergleichsweise gut da.
BASF verfehlte derweil mit den Eckdaten für 2025 die
Erwartungen. Die Aktien lagen anderthalb Prozent im Minus, erholten
sich damit aber bereits wieder vom Tagestief.
Den Dreh ins Plus schafften derweil schwach gestartete Rüstungswerte
wie Rheinmetall , Hensoldt und Renk
. In den Vereinigten Arabischen Emiraten sollen am
Freitag Vertreter der Ukraine, Russlands und der USA über ein
mögliches Kriegsende reden. Rüstungswerte reagieren üblicherweise
negativ auf neue Verhandlungsansätze. Im Fokus steht aber der
milliardenschwere Börsengang des tschechischen Rüstungskonzerns
Czechoslovak Group (CSG) in Amsterdam. Er verlief sehr erfolgreich
und sorgte so für eine gute Branchenstimmung.
An der Dax-Spitze erzielten Siemens Energy wieder
Rekorde. Die UBS vollzog eine Kehrtwende und empfahl nach bislang
pessimistischer Einstufung die Aktie nun zum Kauf. Analyst
Christopher Leonard liegt mit seinen operativen Ergebnisschätzungen
für die Münchner bis 2030 nach eigener Aussage um bis zu 9 Prozent
über dem Konsens.
Im Nebenwerteindex SDax bauten Schaeffler
ihre Rally auf das höchste Niveau seit 2018 aus.
Analystin Vanessa Jeffriess vom fast gleichnamigen Analysehaus
Jefferies empfahl die Aktien zum Kauf und setzt dabei auf das
Geschäft mit humanoiden Robotern.
Wacker Neuson brachen derweil um gut ein Fünftel ein.
Die Aktionäre des Baumaschinenkonzerns müssen ihre Hoffnung auf eine
Übernahme durch den südkoreanischen Mischkonzern Doosan Bobcat
begraben./ag/stk