Aktien Frankfurt: Leichte Verluste - Adidas auf Tief seit fast drei Jahren
Nach der Stabilisierung am Vortag haben die
Kurse am Freitag am deutschen Aktienmarkt wieder geschwächelt.
Anleger bleiben auf Richtungssuche. Am Donnerstag hätten die Anleger
noch "im großen Stil gekauft", schrieb Portfoliomanager Thomas
Altmann von QC Partners - mit dem höchsten Handelsumsatz in den 40
Dax-Werten in diesem Jahr.
Nun agierten sie vor dem Wochenende wieder zurückhaltender. Der Dax
gab am Freitagmittag 0,2 Prozent nach auf 24.800
Punkte. Zeitweise war der Dax im Wochenverlauf sogar bis auf fast
24.349 Punkte gesunken und hatte seit dem Rekord der Vorwoche bei
25.507 Punkten dabei 4,5 Prozent abgegeben. Auslöser war eine
Zolldrohung des US-Präsidenten Donald Trump, die inzwischen aber
wieder vom Tisch ist.
Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte büßte am
Freitag gar ein halbes Prozent ein auf 31.532 Punkte. Der
Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank prozentual
vergleichbar. Er hatte sich nach Rekorden in der Vorwoche und
anschließender Korrektur tags zuvor ebenfalls erholt.
Am Dax-Ende lagen Adidas mit zeitweise über 6 Prozent
Kursminus auf dem tiefsten Niveau seit fast drei Jahren. Die
kanadische Bank RBC strich ihre Empfehlung für den
Sportartikelhersteller. Adidas schlage sich in einem recht
schwierigen globalen Umfeld gut, doch die Markterwartungen für 2026
seien hoch, schrieb der Analyst Piral Dadhania. Am Freitag ebenfalls
schwache Puma-Papiere stehen im Kurschart insgesamt noch
vergleichsweise gut da.
BASF verfehlte derweil mit den Eckdaten für 2025 die
Erwartungen. Die Aktien lagen anderthalb Prozent im Minus, erholten
sich damit aber bereits wieder vom Tagestief.
Den Dreh ins Plus schafften derweil schwach gestartete Rüstungswerte
wie Rheinmetall , Hensoldt und Renk
. In den Vereinigten Arabischen Emiraten sollen am
Freitag Vertreter der Ukraine, Russlands und der USA über ein
mögliches Kriegsende reden. Rüstungswerte reagieren üblicherweise
negativ auf neue Verhandlungsansätze. Im Fokus steht aber der
milliardenschwere Börsengang des tschechischen Rüstungskonzerns
Czechoslovak Group (CSG) in Amsterdam. Er verlief sehr erfolgreich
und sorgte so für eine gute Branchenstimmung.
An der Dax-Spitze erzielten Siemens Energy
wieder Rekorde. Die UBS vollzog eine Kehrtwende und
empfahl nach bislang pessimistischer Einstufung die Aktie nun zum
Kauf. Analyst Christopher Leonard liegt mit seinen operativen
Ergebnisschätzungen für die Münchner bis 2030 nach eigener Aussage
um bis zu 9 Prozent über dem Konsens.
Im Nebenwerteindex SDax bauten Schaeffler
ihre Rally auf das höchste Niveau seit 2018 aus.
Analystin Vanessa Jeffriess vom fast gleichnamigen Analysehaus
Jefferies empfahl die Aktien zum Kauf und setzt dabei auf das
Geschäft mit humanoiden Robotern./ag/mis