EVN senkt Strompreis ab 1. April / Durchschnittlich etwa zehn Cent netto pro kWh für Bestands- und Neukunden
--------------------------------------------------------------------- AKTUALISIERUNGS-HINWEIS Neu: Energie Steiermark (fünfter Absatz), weitere Reaktionen (siebenter Absatz) ---------------------------------------------------------------------
Der niederösterreichische Versorger EVN senkt ab 1. April den Strompreis. Am Freitag wurde ein neuer und günstigerer Tarif von durchschnittlich etwa zehn Cent netto pro Kilowattstunde angekündigt. Er habe Gültigkeit für alle Bestands- und Neukunden und enthalte zusätzlich auch einen Rabatt für den Umstieg oder Neuabschluss, wurde in einer Aussendung mitgeteilt.
Kunden könnten aktiv ihre Stromkosten noch weiter senken, da die EVN den Sommer-Netz-Arbeitspreis mit einem zusätzlichen Rabatt (für das Sonnenfenster in den Sommermonaten von 10.00-16.00 Uhr) verstärkt. "Wer jetzt spart, spart durch das bewusste Verschieben von Sommerverbräuchen doppelt", wurde Herwig Hauenschild, Geschäftsführer EVN KG, zitiert.
190 Euro Ersparnis für Durchschnittskunden
Vergleiche man den neuen Tarif mit jenem aus April 2025, ergibt das laut dem Versorger für einen Durchschnittskunden (3.500 kWh/Jahr) eine Ersparnis von etwa 190 Euro. Das entspreche rund 15,5 Prozent weniger Stromkosten jährlich.
Die Rekordinvestitionen der vergangenen Jahre und die neuen Rahmenbedingungen ermöglichten das Angebot. Es gebe vier Gründe, warum der "Garant Sonne" mit durchschnittlich zehn Cent netto pro kWh ab 1. April angeboten werden könne, so der Versorger. Basis dafür seien der bereits abgeschlossene, flächendeckende Smart-Meter-Rollout mit der Möglichkeit einer zeitgenauen Verbrauchsauswertung (15 Minuten-Werte), der seit Jahresanfang festgelegte, günstige Sonnenfenster-Arbeitspreis, neue IT-Systeme mit umfassenden Automatisierungsmöglichkeiten sowie die Regelungen des neuen Strommarktgesetzes, sagte EVN-Vorstand Stefan Stallinger.
Energie Steiermark: Preissenkung "noch im ersten Halbjahr"
Die Energie Steiermark plant vor dem Hintergrund der aktuellen Marktentwicklungen, "noch im ersten Halbjahr eine weitere Preissenkung umzusetzen". Entsprechende interne Berechnungen dazu würden gerade laufen, sagte Konzernsprecher Urs Harnik. Erst im Herbst 2025 hatte der steirische Landesenergieversorger den Strompreis um 25 Prozent auf 16,41 Cent/kWh (brutto) gesenkt.
Mikl-Leitner: Guter Tag für Landsleute
Die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) erinnerte daran, schon seit längerem gefordert zu haben, dass der Bund die Gesetze ändern müsse, damit die Strompreise gesenkt werden könnten. "Die Botschaft ist angekommen: Der Bund hat mit dem Strommarktgesetz jetzt die Grundlage dafür geschaffen. Darum ist es die logische Konsequenz, dass die EVN diese Chance nützt, um die Tarife weiter zu senken." Heute sei "ein guter Tag für unsere niederösterreichischen Landsleute", so die Landeshauptfrau.
"Die Menschen spüren Tag für Tag, dass vieles immer teurer wird. Daher sehe ich es als wichtige Aufgabe, das Leben wieder leichter zu machen", ergänzte LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP). Auf diesem Weg sei jetzt ein Schritt gelungen. Es zähle, was auf der Rechnung stehe. Und das müsse weniger werden. Niedrigere Preise müssten bei den Familien auch angekommen, betonte FPÖ-Landesparteiobmann LH-Stellvertreter Udo Landbauer in einer Aussendung: "Keine Tricks, kein Tarifdschungel, sondern einfach billiger Strom und Planungssicherheit. Das muss die EVN liefern."
SPÖ-Landesparteichef Landesrat Sven Hergovich bezeichnete es als "gut, dass der Druck nun so groß ist, dass die Preise endlich sinken", aber "skandalös", dass das erst nach der aktuellen Heizperiode im April der Fall sein wird. "Wer jetzt nicht die Preise senkt, wird Kund:innen verlieren", sagte SPÖ-Energiesprecher Alois Schroll. "Eine Tarifänderung muss jedenfalls schon am 1. Februar erfolgen", forderte er in einer Aussendung. Grünen-Klubobfrau Helga Krismer nannte das aktuelle Vorgehen der schwarz-blauen Landesregierung "erbärmlich" und ortete eine "PR-Show statt Politik:". ÖVP und FPÖ würden sich "mit fremden Federn" schmücken: Dass die Landesregierung so tue, als wäre die Senkung der Stromabgabe ihr Verdienst, sei ein "Ablenkungsmanöver von der eigenen Untätigkeit". "Die Senkung der Strompreise zeigt, dass die Reformen der Bundesregierung Wirkung zeigen", meinte NEOS-Energiesprecher Christoph Müller.
we/kil/kor/tpo
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