Aktien New York Ausblick: Talfahrt geht gebremst weiter - Trump in Davos
Nach den deutlichen Vortagesverlusten dürften
die US-Aktienmärkte mit leichten Einbußen in den Handel am Mittwoch
starten. Tags zuvor hatten die Anleger aus Furcht vor einem
Handelskrieg zwischen den USA und Europa nach den Zolldrohungen von
US-Präsident Donald Trump massiv Aktien verkauft.
Der Dow Jones Industrial wurde vom Broker IG eine
Stunde vor Handelsbeginn 0,3 Prozent tiefer bei 48.321 Punkten
taxiert, nachdem er am Dienstag knapp 1,8 Prozent verloren hatte.
Der von Tech-Werten geprägte Nasdaq 100 wird am
Mittwoch ebenfalls 0,3 Prozent im Minus bei 24.912 Zählern erwartet.
Am Vortag war er um mehr als 2 Prozent abgesackt.
Nach Trumps Ankündigung von Strafzöllen gegen acht europäische
Länder im Streit um Grönland warten die Anleger nun gespannt auf
seinen Auftritt beim anstehenden Weltwirtschaftsforum in Davos.
Trumps Rede könnte weiteren Zündstoff im Streit mit der EU bergen.
"Eskaliert der Zollstreit 2.0 und kommt es zu einem Handelskrieg? Im
April 2025 konnte dieser infolge des Einknickens Brüssels verhindert
werden. Doch diesmal könnte die EU angesichts der Grönland-Frage
einen Handelskrieg in Kauf nehmen", kommentierte Marktanalyst
Christian Henke vom Broker IG.
Bei den Netflix-Aktien dürfte ein enttäuschender
Margenausblick schwer auf den Papieren lasten. In einem Umfeld, das
nach den jüngsten Kursverlusten wegen der Politik von US-Präsident
Donald Trump zumindest eine vorsichtige Stabilisierung verspricht,
sackten die Titel des Streaminganbieters im vorbörslichen Handel um
7,6 Prozent ab. Sie drohen damit im offiziellen Handel an der Nasdaq
unter die 82-Dollar-Marke auf ein Tief seit November 2024 zu
rutschen.
Netflix hatte am Vorabend nach US-Börsenschluss Zahlen zum vierten
Quartal vorgelegt. Das Quartal sei eigentlich stark gewesen. "Doch
die Märkte blicken nicht lange in den Rückspiegel", betonte Analyst
Matt Britzman vom Vermögensverwalter Hargreaves Lansdown mit Verweis
auf den enttäuschenden Margenausblick.
Der US-Konzern Johnson und Johnson schloss dank neuer
Arzneien und einem florierenden Geschäft mit Medizintechnik das
vergangene Jahr mit einem Umsatz- und Gewinnplus ab. Für 2026 peilt
Konzernchef Joaquin Duato trotz der jüngst mit der US-Regierung
vereinbarten Regelung über Arznei-Rabatte weitere Steigerungen an.
Allerdings fiel der Umsatz 2025 mit plus 6 Prozent etwas geringer
als von Experten erwartet aus. Die Aktie geriet vorbörslich unter
Druck und notierte zuletzt 3,8 Prozent im Minus.
Höhere Prämien und gute Finanzgeschäfte brachten dem US-Versicherer
Travelers 2025 mehr Gewinn ein. Analysten hatten im
Schnitt mit höheren Schäden und weniger Profit gerechnet. Die Titel
von Travelers sanken vorbörslich zuletzt um 0,5 Prozent.
Für die Anteilsscheine von Halliburton ging es
vorbörslich um 2,8 Prozent nach oben, nachdem das
Fracking-Unternehmen für das vierte Quartal einen bereinigten Gewinn
je Aktie gemeldet hatte, der die durchschnittlichen
Analystenschätzungen übertroffen hatte.
Die Titel von Kraft Heinz fielen vorbörslich um 6,9
Prozent. Wie aus einer Pflichtmitteilung des
Lebensmittelunternehmens hervorgeht, könnte die
Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway bald
einen Teil oder die gesamte Beteiligung an dem Ketchup-Hersteller
verkaufen.
Die Aktien von United Airlines verteuerten sich
vorbörslich um 3,0 Prozent, nachdem die Fluggesellschaft mit ihren
Geschäftszahlen zum vierten Quartal die durchschnittlichen
Marktschätzungen übertroffen hatte und für 2026 mit einer starken
Nachfrage von kaufkräftigen Inlandsreisenden und internationalen
Passagieren rechnet./edh/jha/