, APA/dpa-AFX

Wiener Börse - ATX mit deutlichem Minus / Leitindex verliert 1,3 Prozent - Transatlantische Krise wegen Grönland drückt die Stimmung - Werte im ATX Prime-Segment überwiegend mit Abgaben

---------------------------------------------------------------------
AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Mehr Details und Firmenwerte
---------------------------------------------------------------------

Das Gerangel um Grönland zwischen den USA und Europa drückt weiter schwer auf Europas Börsen. Auch in Wien war der Leitindex ATX weit im Minus. Zum Handelsschluss stand er mit Abschlägen von 1,3 Prozent bei 5.370,85 Punkten. Auch der ATX Prime lag mit 1,3 Prozent auf 2.665,33 Zählern im Minus. Wien folgt damit den europäischen Börsen, die alle mit teilweise schweren Abgaben zu kämpfen hatten.

Haupttreiber sind US-Präsident Donald Trumps Zugriffswünsche auf Grönland, die mit Zolldrohungen einhergehen. "Die jüngsten Zolldrohungen werfen einstweilen einen großen Schatten auf die aufgehellten Konjunkturperspektiven", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, mit Blick auf das aggressive Vorgehen der USA. Die Zölle hätten bereits deutliche Bremsspuren bei den Exporten hinterlassen. "Würden sich die Zölle noch erhöhen, würde sich einerseits der Exportrückgang fortsetzen und andererseits sogar auch noch beschleunigen", schreibt Gitzel. "Darunter würde die gesamte Wirtschaft leiden."

Betroffen von den neuen Zöllen wären acht europäische NATO-Länder, darunter auch Deutschland. Die Verschärfung der transatlantischen Spannungen und die neue Zollunsicherheit nagten an der europäischen Anlagestory, schrieb Beata Manthey, Aktienmarktstrategin der Citigroup. Es liege nun ein Schatten über der erwarteten Gewinnbelebung europäischer Konzerne.

Bei den Einzelwerten rückten am heimischen Markt der Flughafen Wien, Kapsch TrafficCom und der Caterer Do&Co in den Fokus. Der Flughafen Wien hat bekanntgegeben, mit einem Passagierrückgang zu rechnen. Nach dem Rekord 2025 mit 32,6 Millionen Fluggästen prognostiziert der Vorstand für 2026 nur noch rund 30 Millionen, wie die Betreibergesellschaft mitteilte. Der Gewinn wird wie 2025 bei 210 Mio. Euro erwartet. Die Flughafenpapiere landeten nach einem zwischenzeitlichen Minus zum Handelsschluss bei 0,0 Prozent.

Der Mautsystemanbieter Kapsch TrafficCom wiederum konnte von einem neuen Auftrag in Griechenland berichten. Die Anleger konnten damit nicht beeindruckt werden. Kapsch TrafficCom erholten sich im Tagesverlauf aber etwas und gingen mit minus 0,3 Prozent aus dem Tag.

Außerdem haben Analysten der Berenberg Bank für den heimischen Caterer Do&Co sowohl ihre Kaufempfehlung "Buy" als auch das Kursziel von 250 Euro bestätigt. Die Do&Co-Papiere schafften es im Tagesverlauf noch mit 0,7 Prozent in die schwarzen Zahlen.

International schwächelt besonders der Ölsektor. Das bekommt auch das ATX Prime-Schwergewicht OMV zu spüren. Die Aktien des heimischen Ölkonzerns verloren 2,1 Prozent.

In Wien fand sich der überwiegende Teil der Einzelwerte im ATX Prime-Segment im Minus. Auch damit folgte Wien den wichtigsten europäischen Börsen wie eine Blaupause. Größter Gewinner war heute Rosenbauer International mit plus 0,8 Prozent. Die schwer gewichteten Bankenwerte tendierten uneinheitlich. Erste Group und Raiffeisen Bank International (RBI) fanden sich mit 0,7 bzw. 0,1 Prozent leicht im Minus. BAWAG hingegen wuchsen um Prozent.

Die größten Verluste verzeichneten Wienerberger und Lenzing mit minus 3,9 bzw. 3,6 Prozent.

moe/spa

 ISIN  AT0000999982
Copyright APA/dpa-AFX. Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung von APA/dpa-AFX ist nicht gestattet.