Aktien New York Ausblick: Schwach erwartet - Zollstreit beunruhigt Anleger
Nach dem feiertagsbedingt langen Wochenende
dürften die US-Aktienmärkte mit deutlichen Verlusten in die
verkürzte neue Börsenwoche starten. Für Belastung sorgen Drohungen
von US-Präsident Donald Trump, Strafzölle gegen einige europäische
Länder ab Februar einzuführen. Sie sollen ab 1. Juni noch steigen,
sofern kein Abkommen über den Kauf Grönlands durch die USA erzielt
wird. Europäische Staats- und Regierungschefs erörtern derweil
mögliche Gegenmaßnahmen. In den USA könnte der Oberste Gerichtshof
ein Urteil über die Rechtmäßigkeit von Trumps Zöllen fällen.
Der Dow Jones Industrial wurde vom Broker IG eine
Stunde vor dem Handelsauftakt 1,3 Prozent tiefer bei 48.713 Punkten
taxiert. Der von Tech-Werten geprägte Nasdaq 100 wird
1,8 Prozent im Minus bei auf 25.081 Zählern erwartet.
Nach einem kräftigen Ergebnisplus im vergangenen Jahr will der
US-Mischkonzern 3M seine Gewinnentwicklung 2026 noch
weiter beschleunigen. Für die neue Zwölfmonatsperiode hat sich das
Management um Konzernchef William Brown vorgenommen, den bereinigten
Gewinn im besten Fall um rund 8 Prozent zu steigern. Analysten
hatten aber in der Mitte der Spanne mehr erwartet. Vorbörslich ging
es für die lange Zeit stark gelaufene Aktie um 4,7 Prozent abwärts.
Der Streaming-Anbieter Netflix legt im Bieterkampf um
das Hollywood-Urgestein Warner Brothers nach. Das
Unternehmen will sein bisheriges Gebot von knapp 83 Milliarden
US-Dollar inklusive Schulden für das Studio- und Streaming-Geschäft
von Warner jetzt komplett in bar bezahlen. Bislang sollten die
Warner-Aktionäre einen Teil der Summe in Netflix-Aktien erhalten.
Konkurrent Paramount bietet hingegen gut 108
Milliarden Dollar für den gesamten Warner-Brothers-Konzern,
einschließlich der dazugehörigen Fernsehsender wie CNN. Die Papiere
von Netflix stiegen vorbörslich um 1,0 Prozent, während die
Warner-Titel 0,3 Prozent verloren und jene von Paramount 0,7 Prozent
einbüßten.
Die Anteilsscheine der Edelmetall-Produzenten Newmont
und Agnico Eagle Mines verteuerten sich vorbörslich
um 3,1 beziehungsweise 3,7 Prozent. Sie profitierten von neuen
Rekordhochs bei den Gold- und Silberpreisen. Die Edelmetalle sind
angesichts der vielen geopolitischen Krisenherde wie der Lage im
Iran und Trumps Zoll-Drohungen als "sichere Häfen" derzeit stark
gefragt.
Die Aktien von Rapt Therapeutics wurden vorbörslich
um knapp 64 Prozent auf 57,50 US-Dollar nach oben katapultiert,
nachdem der britische Pharmakonzern GSK die Übernahme
des US-Biotech-Unternehmens angekündigt hatte. GSK bietet den
Rapt-Aktionären 58 Dollar je Aktie, was einem Firmenwert von 2,2
Milliarden Dollar entspricht./edh/tih