Flughafen Wien erwartet 2026 Passagierrückgang und weniger Umsatz / Vorstand: Umsatz wird heuer um 30 Mio. Euro schrumpfen - Wichtige Airlinekunden reduzieren Flüge - Airport setzt Sparprogramm um, 200 Stellen fallen weg
--------------------------------------------------------------------- AKTUALISIERUNGS-HINWEIS Neu: Stellenabbau in Lead ergänzt, Bilanz der Bundesländer-Flughäfen (letzter Absatz) ---------------------------------------------------------------------
Der Flughafen Wien rechnet für heuer mit einem Passagierrückgang und baut 200 Stellen ab. Nach dem Rekord 2025 mit 32,6 Millionen Fluggästen prognostiziert der Vorstand für 2026 nur noch rund 30 Millionen, wie die Betreibergesellschaft am Dienstag mitteilte. Der Gewinn wird wie 2025 bei 210 Mio. Euro erwartet, der Umsatz dürfte um 30 Mio. Euro schrumpfen. Der zweitgrößte Kunde, die Billigfluglinie Ryanair, zieht Flugzeuge ab und Wizz Air verabschiedet sich komplett aus Wien.
Der größte Kunde, die Lufthansa-Tochter Austrian Airlines (AUA), verkleinert seine Flotte. Flughafen-Vorstand Julian Jäger erwartet trotzdem ein leichtes Passagierwachstum des Platzhirsches. Er sehe die Umstellung sehr positiv, sie ermögliche mehr Passagiere mit weniger Flugzeugen, sagte Jäger in einer Pressekonferenz. Die AUA ersetzt bis 2028 ihre 17 Regionalflugzeuge des Typs Embraer 195 durch sechs größere Airbus A320neo.
Wizz Air vor Rückzug noch mit 1,8 Millionen Passagieren
Mit 14,9 Millionen Fluggästen und einem Marktanteil von 45,8 Prozent ist die AUA die mit Abstand größte Fluggesellschaft am Wiener Airport. Nummer zwei mit 6,7 Millionen Passagieren ist Ryanair, die in Wien mit der Marke Lauda präsent ist. Wizz Air kam vergangenes Jahr noch auf 1,8 Millionen Fluggäste, wird Wien aber Mitte März 2026 verlassen.
Dank eines "umfassenden Sparprogramms" bei Sach- und Personalkosten samt eines Abbaus von 200 Stellen werde - trotz einer Tarifsenkung um 4,6 Prozent und eines Passagierrückgangs um rund 8 Prozent - ein Nettoergebnis in Höhe des für 2025 prognostizierten Ergebnisses erreicht, erklärte Vorstand Günther Ofner in einer Pressekonferenz. Vorstandskollege Jäger sagte, er habe keine Sorge, dass der Airport langfristig nicht weiter wachse, warnte jedoch vor dem deutlich steigenden Kostendruck und den hohen Luftfahrtsteuern in Österreich.
Weniger Umsatz und geringeres Ergebnis
Der Umsatz der Flughafen-Wien-Gruppe, zu der neben Wien auch die Airports in Malta und Kosice gehören, wird heuer laut der Prognose des Vorstands um rund 30 Mio. Euro auf 1.050 Mio. Euro sinken und das operative Ergebnis vor Abschreibungen (Ebitda) von 440 auf 415 Mio. Euro zurückgehen. Der Nettogewinn vor Minderheiten wird wie 2025 bei 210 Mio. Euro erwartet. Die Investitionen hingegen steigen, von 300 Mio. Euro 2025 auf 330 Mio. Euro heuer.
Der Flughafen hatte für 2025 ursprünglich rund 230 Mio. Euro Gewinn erwartet, seinen Ausblick im November wegen des Stopps der dritten Piste aber gesenkt. Der Vorstand hatte entschieden, den geplanten Bau einer dritten Start- und Landebahn nicht weiterzuverfolgen, weil der Wiener Flughafen auch mit zwei Pisten bis zu 52 Millionen Passagiere abfertigen kann.
Deutlich weniger Passagiere zählen die übrigen fünf österreichischen Airports. Sie haben 2025 zusammen exakt 3.925.819 Passagiere abgefertigt und damit um knapp 140.000 Fluggäste mehr als im Jahr davor. In Linz und Klagenfurt gab es auf niedrigem Niveau die stärksten Zuwachsraten, in Graz und Innsbruck eine leichte Steigerung. Lediglich der mit Abstand größte Bundeslandflughafen Salzburg musste ein minimales Minus hinnehmen. Besonders angespannt ist die Lage derzeit am Flughafen Linz-Hörsching. Die Landespolitik kämpft um eine Wiederaufnahme der Linienverbindung nach Frankfurt, die im November 2025 von der AUA mangels Auslastung eingestellt wurde.
(Redaktionelle Hinweise: GRAFIK 0094-26, 88 x 74 mm) pro/rst/bel
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