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Wiener Börse (Mittag) - ATX liegt bei minus 1,2 Prozent / Trumps Zollpolitik trübt die Stimmung an den Börsen - Autozulieferer Polytec unter Druck - voestalpine gewinnt nach guter Analystenbewertung

Die Wiener Börse hat sich am Montag zu Mittag weiter schwach präsentiert. Der ATX gab 1,2 Prozent auf 5.404 Einheiten nach. Auch der ATX Prime fand sich mit minus 1,2 Prozent bei 2.682 Punkten. Damit folgt die Wiener Börse dem Trend der europäischen Börsen, die sämtlich mit Abgaben zu kämpfen hatten. Grund ist die Zolldrohung von US-Präsident Donald Trump gegen europäische NATO-Länder im Streit um Grönland.

National drückte die Inflation auf die Laune. Die Jahresinflation 2025 lag nämlich laut Statistik Austria bei 3,6 Prozent und damit deutlich höher als die Teuerung im Jahr 2024 mit 2,9 Prozent. Im Jahresverlauf 2025 sank die Teuerung von 3,2 Prozent im Jänner auf 2,9 Prozent im Mai, stieg im August auf 4,1 Prozent und unterschritt die 4,0-Prozent-Marke erst im Dezember wieder mit 3,8 Prozent. Die Inflation in Österreich war im Vorjahr wiederum deutlich höher als in fast allen Ländern der Eurozone.

Unternehmensseitig war es bis Mittag ruhig. In den Fokus rückte voestalpine. Die Analysten der britischen Großbank Barclays haben nämlich ihr Kursziel für die Aktien des heimischen Stahlkonzerns von 35,0 Euro auf 44,0 Euro angehoben. Die Anlageempfehlung des Analystenteams um Tom Zhang lautet auf "Overweight".

Erklärt wird die Entscheidung damit, dass "ein weiteres solides Quartal, jedoch mit einem sequenziellen Rückgang gegenüber dem Vorquartal trotz besserer Saisonalität, erwartet wird." Im Stahlbereich gehen die Analysten davon aus, dass die besseren Absatzmengen durch höhere Rohstoffkosten (insbesondere Kokskohle) mehr als ausgeglichen werden - mit begrenzten Vertragspreisanpassungen im Dezemberquartal. Die Anleger honorierten die Einschätzung mit einem leichten Plus von 0,2 Prozent für die Papiere der voestalpine.

Damit waren die voestalpine-Aktien eine der wenigen, die sich im ATX Prime im Plus fanden. Top-Performer waren Zumtobel mit plus 1,4 Prozent und Telekom Austria mit plus 0,9 Prozent.

Stark unter Druck kamen die Aktien des Autozulieferers Polytec und verloren 4,4 Prozent. Europaweit litten Aktien der Automobilbranche besonders stark unter den Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump.

Die größten Verlierer im prime market waren RHI Magnesita mit einem Minus von 5,4 Prozent. Schwach zeigten sich auch die schwer gewichteten Finanzwerte von Raiffeisen Bank International (RBI), Erste Group und BAWAG büßten bis Mittag 2,3 Prozent, 1,9 Prozent bzw. 0,2 Prozent ein.

moe/rst

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