Devisen (Früh) - Dollar schwächer nach Eskalation im Grönland-Streit / Euro bei 1,1620 Dollar
Der Kurs des Euro ist am Montag nach der Eskalation im Streit um Grönland gestiegen. In der Früh stand der US-Dollar im Handel mit allen anderen wichtigen Währungen unter Druck, während der Euro im Gegenzug zulegen konnte. Die Gemeinschaftswährung wurde bei 1,1620 US-Dollar gehandelt, nachdem der Kurs am Freitagabend auf 1,1585 Dollar abgerutscht war. Dies war der tiefste Stand seit Ende November.
"Die Alarmglocken für den Dollar läuten", kommentierte Devisenexpertin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank das Handelsgeschehen. Ihrer Einschätzung nach steigt die Gefahr, dass die US-Regierung "irgendwann eine Grenze überschreitet". Dann würden sich die Handelspartner nicht mehr erpressen lassen und mit Gegenmaßnahmen zurückschlagen.
Nach Einschätzung von Thomas Gitzel, Chefvolkswirt bei der VP Bank, zeigt sich beim Grönland-Streit, dass die Handelsstreitigkeiten "bei weitem noch nicht beigelegt sind". Bisher hätten die verhängten Zölle der US-Wirtschaft kaum geschadet und in Europa habe es in Deutschland zuletzt positive Konjunkturüberraschungen gegeben. Doch der Grönland-Konflikt mahne zur Vorsicht, sagte Gitzel. Die weltwirtschaftliche Entwicklung stehe "auf tönernen Füßen".
Experten der Dekabank setzten im Grönland-Streit weiter auf eine Verhandlungslösung. In den kommenden zwei Wochen bis zum 1. Februar sei mit intensiven Gesprächen zu rechnen. Darüber hinaus dürfte die gesetzte Frist "gegebenenfalls verlängert werden, und am Ende findet sich eine Lösung".
moe/rst
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