dpa-AFX-Überblick: UNTERNEHMEN vom 15.01.2026 - 15.15 Uhr
Trennung von Apple Card beschert Goldman Sachs Gewinnsprung
NEW YORK - Die Abgabe des Geschäfts mit Apple-Kreditkarten
an JPMorgan Case hat der
US-Investmentbank Goldman Sachs Ende 2025 einen
milliardenschweren Gewinnsprung eingebracht. Das Geldhaus löste im
vierten Quartal Rückstellungen von fast 2,1 Milliarden US-Dollar
(1,8 Mrd Euro) für mögliche Kreditausfälle auf, wie es am Donnerstag
in New York mitteilte. Das Geschäft mit der Apple Card soll binnen
zwei Jahren zur größten US-Bank JPMorgan wechseln.
TAIPEH - Der taiwanische Chip-Hersteller TSMC hat im
vierten Quartal mit einem deutlichen Gewinnwachstum die Erwartungen
übertroffen. Der Konzern profitierte dabei weiter von der starken
Nachfrage nach Chips für Rechenzentren und dem Ausbau von
leistungsstarken KI-Anwendungen. Der Nettogewinn stieg im vierten
Quartal um 35 Prozent auf rund 506 Milliarden Taiwan-Dollar (rund
13,7 Mrd Euro), wie der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger am
Donnerstag mitteilte. Analysten hatten mit deutlich weniger
gerechnet, die TSMC-Aktie stieg im vorbörslichen US-Handel auf ein
Rekordhoch. Auch Papiere von Branchenausrüstern zogen spürbar an.
AWS startet unabhängige EU-Cloud mit Milliarden-Investition
POTSDAM - Der US-amerikanische Internet-Gigant AWS hat eine neue,
unabhängige Cloud für Europa in Betrieb genommen. Die Rechenzentren
des Cloud-Angebots werden sich in Brandenburg befinden, kündigte die
Amazon-Tochter im Hasso-Plattner-Institut (HPI) in
Potsdam an. AWS geht damit auf Befürchtungen ein, dass die
US-Regierung unter Präsident Donald Trump amerikanische
Cloud-Dienste ausspähen oder ungerechtfertigt abschalten könnte.
Drägerwerk will 2026 weiter zulegen nach überraschend starkem Jahr -
Kurssprung
LÜBECK - Der Medizin- und Sicherheitstechnikhersteller Drägerwerk
setzt im laufenden Jahr auf die zuletzt eingeworbenen
Aufträge als Treiber für Umsatz und operativen Gewinn. Der Umsatz
soll 2026 um 1,0 bis 5,0 Prozent zulegen, teilte das Unternehmen am
Donnerstag überraschend mit. Basis ist der 2025 erzielte
Auftragseingang von fast 3,6 Milliarden Euro. Vom Umsatz sollen 2026
als Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) 5,0 bis 7,5 Prozent
bleiben. Im vergangenen Jahr erzielte Drägerwerk laut vorläufigen
Zahlen fast 3,5 Milliarden Euro Umsatz und damit 3,3 Prozent mehr
als im Vorjahr.
ROUNDUP: 2025 zweitbestes Jahr bei Ausbau von Windrädern an Land in
Deutschland
BERLIN - Der Ausbau von Windrädern an Land in Deutschland hat sich
im vergangenen Jahr deutlich beschleunigt. Die neu installierte
Windenergieleistung wuchs nach Angaben von Branchenverbänden
gegenüber dem Vorjahr um mehr als 50 Prozent. Neu in Betrieb gingen
958 Windräder mit einer Leistung von insgesamt rund 5,2 Gigawatt.
2025 sei das zweitbeste Jahr beim Ausbau der Windenergie gewesen,
teilten der Bundesverband Windenergie sowie der Verband VDMA Power
Systems mit.
Einigung zum Abbau von 2.300 Jobs in Deutschland bei MAN
MÜNCHEN - Knapp zwei Monate nachdem der Bus- und Lastwagenhersteller
MAN den Abbau von 2.300 Jobs in Deutschland angekündigt hat, gibt es
eine Einigung mit der Arbeitnehmerseite. Unter anderem verspricht
das zu Volkswagen gehörende Unternehmen, bis Ende
2030 fast eine Milliarde Euro in deutsche Standorte zu investieren.
Zudem wurde eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2035 vereinbart,
die - abhängig von der Entwicklung des Unternehmens - bis 2040
verlängert werden kann. Betriebsbedingte Kündigungen werden
ausgeschlossen.
Richemont wächst im Weihnachtsquartal klar über Markterwartungen
GENF - Der Schweizer Luxusgüterkonzern Richemont hat
den Umsatz im wichtigen Weihnachtsquartal deutlich gesteigert. Die
Markterwartungen wurden dabei klar übertroffen. Im dritten Quartal
2025/26 (per Ende Dezember) stieg der Umsatz um 4 Prozent auf 6,4
Milliarden Euro, wie Richemont am Donnerstag mitteilte. In
Lokalwährungen legten die Verkäufe sogar um 11 Prozent zu.
Windkraftausbau in Europa hinter Erwartungen
BRÜSSEL - Europa hinkt seinen Zielen für die Windenergie weiter
deutlich hinterher. Verbandsangaben zufolge wurden auf dem Kontinent
an Land und auf See nach ersten Schätzungen im vergangenen Jahr
Windräder mit einer Gesamtleistung von 17 bis 18 Gigawatt (GW)
errichtet. "Das ist deutlich unterhalb dessen, was Europa braucht",
hieß es vom Verband WindEurope.
Thyssenkrupp Steel: IG Metall lehnt weiteren Stellenabbau ab
DÜSSELDORF/DUISBURG - In den Verhandlungen über eine Übernahme des
Stahlherstellers Thyssenkrupp Steel Europe (TKSE)
soll der indische Stahlkonzern Jindal laut einem Medienbericht
weitere Kostensenkungen verlangen. Wie die "Rheinische Post" unter
Berufung auf Unternehmenskreise berichtete, soll Jindal auf größere
Einsparungen dringen, als sie bislang von TKSE und IG Metall
vereinbart wurden.