Aktien Frankfurt: Dax schwächelt nach siebentägigem Rekordlauf
Der Dax ist am Mittwoch nach einem stabilen
Start in die Verlustzone gedreht. Belasten dürfte, dass die
US-Börsen nach Verlusten am Vortag erneut schwächer erwartet werden.
Überraschend starke Handelsdaten aus China, die am Morgen noch
gestützt hatten, rückten in den Hintergrund.
Nach sieben Handelstagen mit Rekordständen gab der deutsche
Leitindex zur Mittagszeit um 0,3 Prozent auf 25.335 Zähler nach. Am
Dienstag hatte er erstmals die Schwelle von 25.500 Punkten
übersprungen, bevor die Gewinne weitgehend abbröckelten. Der MDax
, der Index der mittelgroßen Börsenwerte, gab zuletzt
um 1,1 Prozent auf 31.887 Punkte nach.
"Hinter den Rekorden wächst die Vorsicht", schrieben die Analysten
von Index-Radar. Doch auch wenn es in den USA am Vortag zu einem
"leisen Rückzug" am Aktienmarkt gekommen sei, könne von einer
Kapitalflucht keine Rede sein. Allerdings werde am Markt inzwischen
wohl zunehmend mit stärkeren Börsenschwankungen gerechnet.
Das Interesse - auch hierzulande - bleibt weiter stark auf die USA
gerichtet. So setzt sich die tags zuvor gestartete Berichtssaison
der US-Bankenbranche am frühen Nachmittag mit den Zahlen der Bank of
America , von Wells Fargo und der
Citigroup fort. In den Fokus dürften am Nachmittag
zudem auch die US-Einzelhandelsumsätze rücken.
Unter den Dax-Werten sackten FMC mit minus 5,4
Prozent auf den tiefsten Stand seit November 2024. Das Papier des
Dialysespezialisten folgte damit den schwachen Vorgaben der
US-Konkurrentin Davita . JPMorgan-Analyst David
Adlington verwies in einer Studie zu FMC auf die US-Grippesaison,
die bereits im Dezember und damit früher als erwartet startete.
Daher seien mehr Behandlungen versäumt worden, weshalb das
Management von FMC noch prüfe, ob sich die Auswirkungen nur auf die
Therapie-Treue beschränkten oder auch die Sterblichkeit beträfen.
DHL verloren 1,7 Prozent und litten unter einer
gestrichenen Kaufempfehlung der US-Bank Goldman Sachs. Analyst
Patrick Creuset rechnet zwar damit, dass das von China getriebene
Wachstum sich in diesem Jahr fortsetzen werde, der Welthandel
allerdings dürfte sich aufgrund steigender Handelsbarrieren
verschlechtern, schrieb er. DHL wurde vor allem nach der zuletzt
starken Kursentwicklung abgestuft.
Bayer legten unterdessen an der Dax-Spitze um 4,6
Prozent zu. Der Konzern untermauerte seinen Wachstumsambitionen im
Pharmageschäft. "Wir haben jetzt fünf große Blockbuster-Kandidaten",
sagte der Chef der Pharmasparte Stefan Oelrich im Zuge der JPMorgan
Healthcare Conference in San Francisco der Finanz-Nachrichtenagentur
dpa-AFX. In den kommenden Jahren bis in die 2030er Jahre hinein
erwartet der Manager auch daher "extrem gutes" Wachstum.
RWE stiegen um 1,5 Prozent. Analysten wie die von
Bernstein Research sehen den Energiekonzern als Gewinner der
Windkraft-Auktionen in Großbritannien. RWE habe sich den Löwenanteil
der ausgeschriebenen Projekte auf See gesichert, hieß es. Zudem gab
die Beteiligungsgesellschaft KKR eine strategische Partnerschaft mit
RWE bekannt.
Lufthansa verloren im MDax 3,4 Prozent.
Barclays-Analyst Andrew Lobbenberg senkte sein Anlageurteil auf
"Underweight" und schrieb, dass Anleger auf Billigflieger und nicht
auf die Netzwerk-Fluggesellschaften setzen sollten. Zudem sieht er
für die Lufthansa wegen des US-Dollar und den geopolitischen
Entwicklungen Risiken auf den Nordatlantikrouten./ck/jha/