ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax stabil nach siebentägigem Rekordlauf
Nach einer siebentägigen Rekordrally ist der
Dax am Mittwoch stabil in den Handel gestartet.
Überraschend starke Handelsdaten aus China für den Monat Dezember
stützten die Börsenstimmung.
Sowohl die Exporte als auch die Importe übertrafen die Erwartungen
von Analysten. "Auch für die leidende deutsche Wirtschaft sind
Chinas neue Zahlen eine gute Nachricht", kommentierte
Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners und verwies dafür
auf die chinesischen Importzuwächse von deutschen Waren.
Der deutsche Leitindex zeigte sich im frühen Geschäft prozentual
unverändert bei 25.421 Zählern. Am Dienstag hatte es der Dax
erstmals in seiner Geschichte über die Schwelle von 25.500 Punkten
geschafft, bevor er letztlich nur knapp im Plus schloss.
Der MDax , der Index der mittelgroßen Börsenwerte
hierzulande, gab um 0,3 Prozent auf 32.162 Punkte nach. Dem
EuroStoxx 50 gelang es unterdessen, sein Rekordhoch
vom Vortag zu übertreffen. Der Leitindex der Euroregion stieg
zuletzt um 0,3 Prozent auf 6.050 Punkte.
Mit Blick auf den deutschen Aktienmarkt warnte Altmann erneut, dass
der HDax, der die 110 größten und liquidesten deutschen Aktien
abbildet, aus technischer Sicht längst "massiv überkauft" sei. Der
vor allem aus Dax- und MDax -Aktien bestehende Index
hatte am Vortag den 14. Handelstag in Folge zugelegt, was "die
längste Gewinnserie in der bis 1988 zurückgehenden Index-Historie
ist".
Hierzulande bleibt das Interesse weiter stark auf die USA
ausgerichtet, denn die tags zuvor gestartete Berichtssaison der
US-Bankenbranche wird sich mit den Zahlen der Bank of America
, von Wells Fargo und der Citigroup
fortsetzen.
Unter den Dax-Werten sackten FMC mit minus 6,3
Prozent auf den tiefsten Stand seit November 2024. Das Papier des
Dialysespezialisten folgte damit den schwachen Vorgaben der
US-Konkurrentin Davita. JPMorgan-Analyst David Adlington verwies in
einer Studie zu FMC auf die US-Grippesaison, die bereits im Dezember
und damit früher als erwartet startete. Daher seien im letzten Monat
des vergangenen Jahres mehr Behandlungen versäumt worden, weshalb
das Management von FMC noch prüfe, ob sich die Auswirkungen nur auf
die Therapie-Treue beschränkten oder auch die Sterblichkeit
beträfen.
DHL verloren 1,0 Prozent. Die US-Bank Goldman Sachs
strich die Kaufempfehlung für die Aktie des Logistikunternehmens.
Analyst Patrick Creuset rechnet zwar damit, dass das von China
getriebene Wachstum sich in diesem Jahr fortsetzen werde, der
Welthandel allerdings dürfte sich aufgrund steigender
Handelsbarrieren verschlechtern, schrieb er. DHL wurde vor allem
nach der zuletzt starken Kursentwicklung abgestuft.
Bayer legten unterdessen an der Dax-Spitze um 3,5
Prozent zu. Der Konzern untermauerte seinen Ambitione, im
Pharmageschäft wieder zulegen wollen und die operative Marge bis
2030 auf rund 30 Prozent steigern zu wollen. Zwar seien die Ziele
nicht neu, stützten aber die Stimmung für die Aktie, sagte ein
Händler.
RWE stiegen um 3,0 Prozent. Analysten wie die von
Bernstein Research sehen die Essener als Gewinner der aktuellen
Windkraftauktionen in Großbritannien. RWE habe sich den Löwenanteil
der ausgeschriebenen Projekte auf See gesichert, hieß es. Zudem gab
die Beteiligungsgesellschaft KKR eine strategische Partnerschaft mit
RWE bekannt, um gemeinsam die Offshore-Windprojekte Norfolk Vanguard
East und Norfolk Vanguard West von RWE in Großbritannien zu
realisieren.
Lufthansa verloren am MDax-Ende 2,6 Prozent.
Barclays-Analyst Andrew Lobbenberg senkte sein Anlageurteil auf
"Underweight" und schrieb, dass Anleger auf Billigflieger und nicht
auf die Netzwerk-Fluggesellschaften setzen sollten./ck/mis