Aktien Frankfurt Ausblick: Dax stabil erwartet nach siebentägigem Rekordlauf
Nach einer siebentägigen Rekordrally dürfte
sich der Dax am Mittwoch behaupten. Stützend für die
Börsen im Allgemeinen wirken überraschend starke Handelsdaten aus
China für den Monat Dezember. Sowohl die Exporte als auch die
Importe übertrafen die Erwartungen von Analysten. "Auch für die
leidende deutsche Wirtschaft sind Chinas neue Zahlen eine gute
Nachricht", kommentierte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC
Partners.
Der X-Dax signalisierte rund eine Stunde vor Beginn
des Xetra-Börsenhandels für den Leitindex ein Minus von 0,04 Prozent
auf 25.410 Punkte. Am Dienstag hatte er es erstmals in seiner
Geschichte über die Schwelle von 25.500 Punkten geschafft, bevor er
letztlich nur knapp im Plus schloss.
Der EuroStoxx 50 wird am Mittwoch ebenfalls minimal
schwächer erwartet. Auch er hatte tags seinen Rekordlauf
fortgesetzt.
Mit Blick auf den deutschen Aktienmarkt warnte Altmann erneut, dass
der HDax, der die 110 größten und liquidesten deutschen Aktien
abbildet, aus technischer Sicht längst "massiv überkauft" sei. Der
vor allem aus Dax- und MDax -Aktien bestehende Index
hatte am Vortag den 14. Handelstag in Folge zugelegt, was "die
längste Gewinnserie in der bis 1988 zurückgehenden Index-Historie
ist".
Hierzulande bleibt das Interesse weiter stark auf die USA
ausgerichtet, denn die tags zuvor gestartete Berichtssaison der
US-Bankenbranche wird sich mit den Zahlen der Bank of America
, von Wells Fargo und der Citigroup
fortsetzen.
Unter den Dax-Werten dürfte die DHL Group unter Druck
geraten, denn Goldman Sachs strich ihre Kaufempfehlung für die Aktie
des Logistikunternehmens. Analyst Patrick Creuset rechnet zwar
damit, dass das von China getriebene Wachstum sich in diesem Jahr
fortsetzen werde, der Welthandel allerdings dürfte sich aufgrund
steigender Handelsbarrieren verschlechtern, schrieb er. DHL wurde
vor allem nach der zuletzt starken Kursentwicklung abgestuft. Auf
der Handelsplattform Tradegate büßte das Papier vorbörslich im
Vergleich zum Xetra-Schluss 2,5 Prozent ein.
Dass Bayer sein Pharmageschäft bis spätestens 2027
wieder auf ein Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich
bringen und die operative Marge bis 2030 auf rund 30 Prozent
steigern wolle, dürfte unterdessen Händlern zufolge kein neuer
Kurstreiber werden, wie der Handel auf Tradegate bestätigte. Die
Aussagen des Spartenleiters Stefan Oelrich auf der JPMorgan
Healthcare Conference in San Francisco dürften stützen, neu seien
die Ziele nicht, hieß es.
Lufthansa verloren vorbörslich dagegen nach einem
negativen Kommentar von Barclays 2,4 Prozent. Andrew Lobbenberg
senkte sein Anlageurteil auf "Underweight" und schrieb, dass Anleger
auf Billigflieger und nicht auf die Netzwerk-Fluggesellschaften
setzen sollten. Den aktuellen Optimismus hält er jedenfalls für
übertrieben.
Für den deutschen Markt interessant ist auch ein Bericht der
Nachrichtenagentur Bloomberg darüber, dass die
Krypto-Handelsplattform Bitpanda sich offenbar auf einen Börsengang
in Frankfurt in der ersten Jahreshälfte vorbereitet. Das in Wien
ansässige Unternehmen könnte bei dem Börsengang eine Bewertung
zwischen 4 und 5 Milliarden Euro anstreben, berichtete Bloomberg
unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen. Eine solche
Notierung wäre ein Schub für die europäischen Aktienmärkte, die
Schwierigkeiten haben, große, von Risikokapital finanzierte
Unternehmen aus Wachstumsbranchen wie Kryptowährungen für
Börsengänge zu gewinnen./ck/mis