ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Dow schwächelt nach Rekordhoch
Nach dem Rekordkurs der Wall Street zum
Wochenstart ist am Dienstag eine gewisse Ernüchterung eingetreten.
Frische US-Inflationsdaten hatten nur relativ wenig Einfluss auf die
Notierungen. Der Leitindex Dow Jones Industrial
schloss 0,80 Prozent tiefer bei 49.191,99 Punkten. Tags zuvor hatte
der US-Leitindex mit 49.633 Punkten eine weitere Bestmarke
aufgestellt.
Der marktbreite S&P 500 fiel am Dienstag um 0,19
Prozent auf 6.963,74 Zähler, nachdem er am Freitag und Montag
Höchststände markiert hatte. An der Technologiebörse Nasdaq gab der
Nasdaq 100 am Dienstag um 0,18 Prozent auf 25.741,95
Punkte nach.
Ein Marktbeobachter sprach von einer Unsicherheit der Anleger
angesichts jüngster Aussagen von Präsident Donald Trump. Trump
forderte kürzlich eine einjährige Begrenzung der Kreditkartenzinsen
auf 10 Prozent und sprach sich dafür aus, dass
Verteidigungsunternehmen keine Dividenden ausschütten oder
Aktienrückkäufe tätigen dürfen. Zudem sollte institutionellen
Anlegern der Kauf von Einfamilienhäusern untersagt werden.
Die Quartalsberichtssaison der US-Unternehmen eröffnete am Dienstag
JPMorgan . Die Übernahme der Apple-Kreditkarten von
Goldman Sachs hat der größten US-Bank im
Schlussquartal 2025 einen Gewinnrückgang eingebrockt. Die Pläne von
Bankchef Jamie Dimon für das laufende Jahr fielen indes höher aus
als von Branchenexperten im Schnitt erwartet. Die JPMorgan-Aktie
verlor letztlich 4,2 Prozent.
Apple greift unterdessen den Softwarehersteller Adobe
sowie Entwickler von Musik-Anwendungen mit einem
deutlich günstigeren Bündel-Abopreis für seine Kreativ-Apps an.
Adobe-Aktien sackten um 5,4 Prozent ab, während Apple-Papiere um 0,3
Prozent zulegten.
Die Papiere der Kreditkartenanbieter Mastercard und
Visa litten erneut unter Trumps Forderung einer
Zinsobergrenze und büßten zwischen 3,8 und 4,5 Prozent ein.
Für die Anteilsscheine von Meta ging es um 1,7
Prozent bergab. Der Facebook-Konzern will mit einem verstärkten
Fokus auf KI rund jeden zehnten Job in seiner verlustreichen Sparte
Reality Labs streichen, die einst als Zukunft des Konzerns galt. Die
Sparte Reality Labs verbuchte allein in den ersten neun Monaten des
vergangenen Jahres einen operativen Verlust von gut 13 Milliarden
Dollar - bei lediglich 1,2 Milliarden Dollar Umsatz.
Der US-Flugzeugbauer Boeing lieferte nach seiner
verschärften Krise von 2024 im vergangenen Jahr wieder deutlich mehr
Jets aus. Bei den Bestellungen lag Boeing 2025 mit brutto 1.175
Maschinen sogar klar vor seinem europäischen Konkurrenten Airbus
. An der Börse kamen die Neuigkeiten gut an: Die
Boeing-Aktie gewann 2,0 Prozent.
Zu den klaren Kursgewinnern zählten auch die Papiere von Intel
und AMD , die um 7,3 beziehungsweise
6,4 Prozent stiegen. Das Investmenthaus Keybanc Capital Markets hob
beide Chipwerte auf "Overweight" an.
Die Titel von Delta Air Lines fielen um 2,4 Prozent.
Die Prognose der Fluggesellschaft für den Gewinn je Aktie im Jahr
2026 wurde am Markt als zurückhaltend eingestuft.
Schwächster Wert im Dow war die Aktie des Softwarekonzerns
Salesforce. Sie fiel ungeachtet einer positiven Produktnachricht um
7,1 Prozent. Salesforce kündigte eine Weiterentwicklung seines
KI-Slackbots an. Die Neuerung zielt darauf ab, die Produktivität in
Unternehmen zu steigern./edh/nas