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Wiener Börse - ATX verliert nach Rekordhoch / Leitindex verschnauft nach Jahresendrally - Agrana nach Zahlen im Minus

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Neu: Ab 4. Absatz ergänzt.
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An der Wiener Börse ist der ATX am Dienstag etwas von seinem Rekordniveau zurückgefallen. Inflationsdaten und erste Zahlen aus dem Bankensektor in den USA fielen tendenziell besser als erwartet aus, gaben den heimischen Werten jedoch keine positiven Impulse.

Nachdem er sein Rekordhoch im Vormittagshandel noch leicht nach oben geschraubt hatte, schloss der heimische Leitindex 0,55 Prozent im Minus bei 5.410,30 Punkten. Der ATX Prime fiel um 0,54 Prozent auf 2.686,66 Zähler. Das europäische Umfeld ging nur wenig verändert aus dem Geschäft.

Insgesamt hat beim ATX der Schwung aus der Jahresendrally in den vergangenen Tagen spürbar nachgelassen. Einige technische Indikatoren hätten sich in den letzten Tagen ein wenig abgeschwächt, der Aufwärtstrend bleibe jedoch nach wie vor bestehen, kommentierte Christoph Schultes, Analyst bei der Erste Group. Charttechnisch sei eine Verschnaufpause aber durchaus rechtzufertigen.

Die am Nachmittag veröffentlichte Inflationsrate in den USA verharrte im Dezember wie erwartet bei 2,7 Prozent. Die Kerninflation betrug im Jahresvergleich unverändert 2,6 Prozent. Analysten hatten hier mit einem leichten Anstieg um 0,1 Prozentpunkte auf 2,7 Prozent gerechnet. "Sowohl die Gesamt- als auch die Kernpreise liegen weiterhin klar oberhalb des Fed-Ziels", kommentierten die Ökonomen der Helaba. Für die US-Notenbanker gebe es keinen Grund, von ihrer vorsichtigen Haltung bezüglich Zinssenkungen abzurücken.

Darüber hinaus läutete die US-Großbank JPMorgan mit ihren Quartalszahlen die Berichtssaison ein. Das Geldhaus übertraf mit dem Quartalsgewinn zwar unterm Strich die Erwartungen, der Aktienkurs gab zuletzt dennoch nach.

In Wien gab es unterdessen Ergebnisse der Agrana, deren Aktien 0,9 Prozent leichter schlossen. Der Nahrungsmittelkonzern hat in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2025/26 wegen niedrigerer Zuckerpreise sowie der Schließung von zwei Zuckerfabriken wie erwartet einen Umsatz- und Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Den Jahresausblick bestätigte das Unternehmen. Auch wenn die Zahlen leicht über ihren Schätzungen gelegen hätten, würde der Bericht weitere Belege für die erheblichen Herausforderungen liefern, denen das Unternehmen derzeit gegenüberstehe, kommentierte Analystin Vladimira Urbankova von der Erste Group.

Höchst uneinheitlich entwickelten sich die Bankwerte. Während die schwergewichtete Erste Group den ATX mit einem Kursgewinn von knapp einem Prozent stützte, rasselten RBI Titel um 4,2 Prozent ans untere Indexende. Im breiteren prime market zogen dafür Addiko Bank um fünf Prozent an.

Ansonsten folgten die Titel weitgehend den europäischen Branchentrends. Die Versorger Verbund und EVN fielen um bis zu 1,3 Prozent. Im Versicherungssektor schlossen insbesondere VIG 3,1 Prozent leichter.

Noch schwächer zeigten sich Aktien von Wienerberger, die im schwachen Sektorumfeld 3,2 Prozent abgaben. Als Belastung für Baustoffwerte galt der schweizerische Bauchemiekonzern Sika, der seine Gewinnprognosen für 2025 senken musste.

spa/lof

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