Aktien Frankfurt: Dax schwächelt nach fortgesetztem Rekordlauf
Nach einem zunächst mit kleinen Schrittchen
fortgesetzten Rekordlauf hat der Dax am Dienstag zur
Mittagszeit leicht nachgegeben. Anleger dürften nach dem überaus
starken Jahresstart vorsichtig werden, zumal sich ein schwächerer
Börsenstart an der Wall Street abzeichnet. Mit Spannung wird auf den
Auftakt der Berichtssaison in den USA mit den Zahlen des
Bankenbranchen-Primus JPMorgan gewartet. Zudem stehen
noch die US-Inflationsdaten für Dezember auf der Agenda.
Der deutsche Leitindex, der am Vormittag bis auf rund 25.428 Punkte
gestiegen war und damit seine Bestmarke vom Vortag leicht übertraf,
verlor zuletzt 0,2 Prozent auf 25.355 Punkte. Der MDax
, der Index der mittelgroßen Börsenwerte, gab um 0,7
Prozent auf 32.110 Punkte nach.
Portfoliomanager Thomas Altmann von QC-Partners rät zur Vorsicht und
hält Dax und MDax inzwischen technisch für "massiv überkauft". Es
wirke, als würden ausschließlich positive Nachrichten gelesen,
während negative Nachrichten ausgeblendet würden, schrieb er. Die
zunächst in den USA anlaufende Berichtssaison werde den starken
Trend nun untermauern müssen. "Negative Überraschungen könnten nach
den jüngsten Kursgewinnen hart abgestraft werden." Anlagestratege
Ulrich Stephan von der Deutschen Bank hält die Berichtssaison sogar
für richtungsweisend für den Ausblick auf das Gesamtjahr.
Obendrein stehen am Nachmittag die US-Verbraucherpreise für Dezember
2025 an. Sie dürften "insbesondere vor dem Hintergrund der
anhaltenden Drohgebärden" der US-amerikanischen Regierung gegenüber
der US-Notenbank Fed besondere Beachtung finden, erwarten die
Experten der Helaba und rechnen nicht mit einem Nachlassen der
Inflation.
Zuvor aber standen hierzulande aus dem Dax Symrise
und Zalando mit kräftigen Kursgewinnen und
Continental mit deutlichen Verlusten im Blick. Beim
Duft- und Geschmacksstoffhersteller Symrise fokussierten sich die
Anleger vor allem auf ein angekündigtes umfangreiches
Aktienrückkaufpaket. Das Papier stieg an der Index-Spitze um 5,2
Prozent.
Zalando gewann 4,6 Prozent und profitierte von einer
Hochstufung durch die britische Investmentbank Barclays auf
"Overweight". Mit Blick auf den Wandel der Modebranche durch den
Einsatz von KI sei der Online-Händler Zalando besser aufgestellt als
von vielen Investoren befürchtet, schrieb Sarah Roberts.
Continental gab unterdessen am Dax-Ende 2,9 Prozent
ab. Die Privatbank Berenberg strich ihre Kaufempfehlung. Mit dem
Verkauf von ContiTech würde der Konzern zwar zu einem
hocheffizienten reinen Reifenhersteller mit wenig Schulden und
reichlich liquiden Mitteln für Ausschüttungen, das aber sei bereits
weitgehend im Kurs eingepreist, schrieb Analyst Michael Filatov.
Im MDax setzte das Papier von TKMS seine Rally mit
einem Kursplus von 3,7 Prozent fort, womit es seit Jahresbeginn
bereits um etwas mehr als 45 Prozent zugelegt hat. Die
Fuchs-Vorzugsaktie profitierte von Bewertungen der
US-Bank JPMorgan und von Jefferies und sprang zeitweise auf den
höchsten Stand sei Ende Oktober. Zuletzt ging es um 3,4 Prozent
hoch. JPMorgan-Analystin Angelina Glazova nahm die Aktie des
Schmierstoffherstellers mit "Overweight" in die Bewertung auf. Fuchs
sei führend in seinem Bereich und habe mit Blick auf den freien
Finanzmittelfluss (Free Cashflow) starkes Potenzial, schrieb sie.
Von Jefferies auf "Hold" gesenkt, büßte SMA Solar im
SDax 7,9 Prozent ein. Am Markt würden die
Margenbelastungen durch Investitionen in Forschung und Entwicklung
unterschätzt, hieß es seitens des Analysehauses.
Südzucker-Anteile verloren nach schwachen
Neunmonatszahlen 3,2 Prozent. Die Jahresprognose für das bis Ende
Februar laufende Geschäftsjahr wurde dennoch bestätigt./ck/men