Österreichische Staatsanleihen im Späthandel wenig bewegt bis höher / Sorgen um Unabhängigkeit der Fed
Die Kurse österreichischer Bundesanleihen haben sich am Montag im Späthandel wenig bewegt bis höher gezeigt. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen österreichischen Benchmark-Anleihe ist um 3 Basispunkte auf 3,05 Prozent gefallen. Der Rendite-Spread zur vergleichbaren deutschen Anleihe lag bei 24 Basispunkten. Der Euro-Bund-Future stieg um 0,18 Prozent auf 128,18 Punkte.
Marktbeobachter verwiesen auf die Zuspitzung im Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Chef der US-Notenbank, Jerome Powell, was sichere Anlagen außerhalb der USA stützen würde. Die Kursreaktion am heimischen Rentenmarkt blieb dabei jedoch überschaubar.
Powell zufolge stellte das US-Justizministerium der Fed am Freitag Vorladungen zu und drohte mit einer Anklage. Der Fed-Chef soll im Zusammenhang mit der mehrjährigen Sanierung von Gebäuden der Zentralbank in Washington vor dem Senat Falschaussagen gemacht haben, so der Vorwurf. Powell sieht darin allerdings nur einen Vorwand, letztlich gehe es der US-Regierung darum, den Druck auf die Notenbank zu erhöhen um Einfluss auf die Geldpolitik zu nehmen.
Da sich die Fed ohnehin in einem Zinssenkungszyklus befinde, dürften diese Bemühungen der US-Regierung den kurz- oder gar mittelfristigen Zinsausblick nicht groß ändern, schrieb Commerzbank-Expertin Thu Lan Nguyen. "Es geht aber darum, dass sich die Reaktionsfunktion der Notenbank grundsätzlich und langfristig ändern dürfte, sollte das Weiße Haus Erfolg haben (wovon wir ausgehen)." Wenn die Inflationsrisiken wieder spürbar steigen, sei dann zu erwarten, dass die Fed auf diese kaum hinreichend reagieren werde.
Gute Konjunkturdaten aus der Eurozone brachten ebenfalls nur geringe Impulse. Der vom Analyseinstitut Sentix erhobene Konjunkturindikator stieg im Jänner um 4,4 Punkte auf minus 1,8 Punkte, wie Sentix mitteilte. Dies ist der beste Wert seit dem vergangenen Juli und deutlich besser als von Analysten gedacht. Diese hatten eine leichte Verbesserung auf minus 5,0 Punkte erwartet. Die Sentix-Experten sprachen von einem "hoffnungsvollen Jahresauftakt".
Renditen ausgewählter österreichischer Benchmark-Anleihen:
Laufzeit Aktuell Vortag Veränderung Spread (in Basispunkten) 2 Jahre 2,17 2,17 0 6 5 Jahre 2,62 2,65 -0,03 22 10 Jahre 3,05 3,08 -0,03 24 30 Jahre 3,79 3,82 -0,03 35
spa/ste