Wiener Börse (Nachmittag) - ATX 0,14 Prozent im Minus / Internationaler Fokus auf Streit um Fed-Chef Jerome Powell - Bankenpapiere mit leichten Gewinnen
Die Wiener Börse tendierte am Montag weiter leicht im Minus. Der heimische Leitindex ATX verbuchte am frühen Nachmittag einen Abschlag von 0,14 Prozent auf 5.395,71 Punkte. Der ATX Prime notierte mit minus 0,14 Prozent bei 2.681,79 Zählern. Die wichtigsten europäischen Börsen bewegten sich uneinheitlich.
International ist der Blick obligatorisch in die USA gerichtet. Der Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und Jerome Powell, dem Chef der US-Notenbank Fed, spitzt sich nämlich weiter zu. Powell hat strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn und eine drohende Anklage als Versuch der Einflussnahme auf die Arbeit der Fed zurückgewiesen. Die Sorgen um die Unabhängigkeit der US-Zentralbank nehmen zu.
Positive Signale kommen von der Konjunkturseite. Der vom Analyseinstitut Sentix erhobene Konjunkturindikator für die Eurozone stieg im Jänner um 4,4 Punkte auf minus 1,8 Punkte. Die Sentix-Experten sprachen von einem "hoffnungsvollen Jahresauftakt". Demnach sind die Anleger mit "etwas mehr Zuversicht" in das neue Jahr gestartet.
In Österreich hat sich der Verbund zu den Industriestrompreisen zu Wort gemeldet. Wenn Deutschland mit 2027 die geplante Subvention des Industriestrompreises einführt, wird Österreich laut Verbund-Chef Michael Strugl nachziehen müssen. "Die Industrie braucht sofort Hilfe, das versteht jeder", sagte er am Montag im Klub der Wirtschaftspublizisten. Reaktionen der Anleger blieben bisher noch aus. Verbund tendierten mit minus 0,2 Prozent.
Der in Wien im direct market plus-Segment notierte oberösterreichische Spezialmotorenhersteller Steyr Motors hat sich laut eigenen Angaben einen Rahmenvertrag mit mindestens 30 Mio. Euro Umsatz in China gesichert. Darin enthalten ist ein verbindliches Auftragsvolumen von mindestens 750 zusätzlichen Motoren bis 2030, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Im Handel wurde das noch nicht goutiert. Steyr Motors notierten mit minus 4,4 Prozent.
Spitzenreiter im ATX Prime-Segment waren am Nachmittag KapschTrafficCom mit einem Plus von 3,4 Prozent. Die Papiere des Ölfeldausrüsters SBO notierten bei plus 3,2 Prozent. Am anderen Ende des Kurszettels standen der Caterer CO&CO mit minus 2,5 Prozent und die Vienna Insurance Group mit Abschlägen von 2,4 Prozent. Leicht im Minus (-0,1 Prozent) fand sich auch das Schwergewicht BAWAG. Die anderen relevanten Bankenwerte waren leicht im Plus: Raiffeisen Bank International +0,4 Prozent, Erste Group +0,1 Prozent.
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