Aktien Frankfurt: Dax setzt Rekordrally mit kleinem Schrittchen fort
Der Dax hat am Montag nach
einem zunächst stabilen Börsenauftakt an seinen zum Jahresbeginn
wieder aufgenommenen Rekordlauf angeknüpft. Um die Mittagszeit legte
der deutsche Leitindex um 0,23 Prozent auf 25.320 Punkte zu. Der
MDax , der Index der mittelgroßen Börsenwerte, legte
um 0,14 Prozent auf 32.211 Punkte zu. Trotz hoher geopolitischer
Risiken hat der Dax seine positive Historie im ersten Monat des
Jahres bislang bestätigt. Selbst die aktuelle Eskalation der Lage im
Iran sowie die Zuspitzung im Streit zwischen US-Präsident Donald
Trump und dem Chef der US-Notenbank, Jerome Powell, bremsen die gute
Börsenstimmung kaum.
Als zentraler Kurstreiber gilt die Hoffnung auf eine Belebung der
deutschen Wirtschaft 2026 dank eines immensen Infrastruktur-Pakets.
Aber auch die Entwicklungen in den USA schieben das deutsche
Börsenbarometer an, so zuletzt am Freitag nach dem
US-Arbeitsmarktbericht und den damit verbundenen Hoffnungen auf
Zinssenkungen.
In den USA nimmt der Streit zwischen Trump und Powell Fahrt auf: Der
Fed-Chef wies strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn und eine
drohende Anklage als Versuch der Einflussnahme auf die Arbeit der
Fed zurück. Powell zufolge stellte das US-Justizministerium der Fed
am Freitag Vorladungen zu und drohte mit einer Anklage. Zudem gehen
im Iran die Massenproteste gegen das Regime trotz wachsender
Todeszahlen, exzessiver Drohungen des Sicherheitsapparats und einer
nahezu vollständigen Internetsperre weiter. Die EU-Außenbeauftragte
Kaja Kallas ist nach eigenen Angaben bereit, neue Sanktionen gegen
den Iran vorzuschlagen. Zudem erhöhte Trump den Druck auf die
Islamische Republik.
Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners hält den Dax aus
technischer Sicht inzwischen für "massiv überkauft". Von Dienstag an
stehe den Börsen nun "so etwas wie 'die Woche der Wahrheit' bevor",
erwartet er. Zunächst startet in den USA und bald darauf auch
hierzulande die Berichtssaison für das vierte Quartal 2025. Dann
müsse sich zeigen, ob die steigenden Aktienkurse auch von steigenden
Unternehmensgewinnen gestützt würden.
Bevor erste US-Banken, angeführt von der Branchengröße JPMorgan
, ihre Quartalszahlen vorlegen werden, blieb es
hierzulande ruhig. Im Dax setzten sich FMC an die
Spitze und stiegen um 2,0 Prozent. Die Beschleunigung des
Aktienrückkaufprogramms wirke als Katalysator für die Bewertung der
Aktie des Dialysespezialisten, hieß es von MWB Research, die das
Papier nun zum Kauf empfehlen. Fresenius als größte
Einzelaktionärin profitierten mit von den Kursgewinnen von FMC und
stiegen um 1,8 Prozent.
Autowerte waren am wenigsten gefragt im Dax. BMW und
Volkswagen waren die Schlusslichter mit etwas mehr
als ein Prozent Verlust jeweils.
Die Aktien von Beiersdorf profitierten mit plus 1,6
Prozent von einer Kaufempfehlung durch die Deutsche Bank sowie einer
positiven Studie von Bernstein Research. Die Aussichten für Europas
Konsumgüter- und Nahrungsmittelkonzerne blieben durchwachsen, die
meisten negativen Aspekte schienen jedoch bereits eingepreist zu
sein, schrieb Deutsche-Bank-Analyst Tom Sykes. Die größten Chancen
sieht er bei Werten, bei denen aus seiner Sicht zu große
Enttäuschungsrisiken im Vergleich zum Marktkonsens eingepreist sind,
und jenen in einem umfassenden Turnaround.
Im MDax setzten unterdessen TKMS ihre Erholungsrally
mit einem Plus von knapp 10 Prozent fort und haben seit Beginn des
jungen Jahres bereits fast 40 Prozent zugelegt. Indien will in
Zusammenarbeit mit TKMS in Mumbai sechs U-Boote im Wert von acht
Milliarden Euro bauen. In Kürze wird die Unterzeichnung einer
Vereinbarung erwartet, die auch ein Türöffner für weitere
Kooperationen sein könnte./ck/stk