Aktien Europa: EuroStoxx leicht im Minus - 6.000 Punkte eine hohe Hürde
Der gute Lauf an Europas
Aktienmärkten hat am Montag erst einmal an Kraft verloren. Neben den
bestehenden geopolitischen Sorgen bremsten Bedenken an der
Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed. Der Streit zwischen
US-Präsident Donald Trump und dem Fed-Chef Jerome Powell spitzt sich
nämlich weiter zu. Powell zufolge stellte das US-Justizministerium
der Fed am Freitag Vorladungen zu und drohte mit einer Anklage.
Auf Rekordniveau blieb die 6.000-Punkte-Marke für den EuroStoxx 50
wie schon am vergangenen Freitag eine zu hohe Hürde.
Vor dem Wochenende hatte dem Eurozonen-Leitindex nicht einmal ein
Punkt zu der Tausendermarke gefehlt, zu Wochenbeginn waren es nun in
der Spitze fünf Punkte. Gegen Mittag notierte er mit 0,1 Prozent im
Minus bei 5.991 Punkten.
Außerhalb des Euroraums war das Bild durchwachsen. Der britische
Leitindex FTSE 100 hielt sich mit 10.120,10 Punkten
dicht an seiner Gewinnschwelle. Der Schweizer SMI fiel
um 0,1 Prozent auf 13.407,18 Punkte. Ihm war am Morgen nochmals
knapp ein Rekordhoch gelungen. Für den FTSE liegt dieses schon ein
paar Tage zurück.
Relativ deutliche Verluste mussten Aktien aus dem Freizeit- und
Reisesektor einstecken, dessen Teilindex zuletzt 1,3
Prozent verlor. Er setzte damit seine Konsolidierung nach dem
jüngsten Hoch seit dem Frühjahr 2021 fort. Auch im Versorgerbereich
gab es relativ hohe Verluste, während sich Aktien aus
dem Rohstoffbereich als robust erwiesen. Deren Sektorindex Stoxx
Europe 600 Basic Resources legte 0,8
Prozent zu.
Unter Druck standen außerdem die Titel aus dem Bankensektor,
wenngleich sich die anfänglichen Wogen hier beim Sektorindex mit
einem Abschlag von zuletzt 0,3 Prozent etwas legten. Anleger schauen
gespannt auf die in dieser Woche startende Berichtssaison großer
US-Banken. Am Dienstag wird diese von JPMorgan
eröffnet. Laut dem Barclays -Experten Jason Goldberg
liegt der Fokus auf dem 2026er Ausblick.
Als Banken-Belastung hinzu kamen Aussagen von US-Präsident Donald
Trump, der Kreditkartenanbietern drohte, sollten sie nicht die von
ihm geforderte Obergrenze für Kreditkartenzinsen einziehen. Dies
zeigte sich in Europa bei der britischen Barclays-Bank
mit einem relativ hohen Abschlag von 3,1 Prozent.
Auch die Titel großer US-Anbieter wie Visa oder
Mastercard steuern im vorbörslichen New Yorker Handel
auf schwache Eröffnungen zu.
Die Aktien von Heineken wurden mit einem Abschlag von
mehr als fünf Prozent von einem Chefwechsel belastet. Dolf van den
Brink hat bekannt gegeben, dass er den Brauereikonzern Ende Mai
verlassen wird. Er soll danach im Zuge des Übergangs aber noch
beratend zur Verfügung stehen für seinen jetzt gesuchten Nachfolger.
Laut Simon Hales von der Citigroup kommt sein
Ausscheiden zwar nicht völlig unerwartet, aber früher als gedacht.
In Paris sprangen die Aktien von Abivax um 27 Prozent
auf 125,80 Euro hoch, nachdem Kepler Cheuvreux mit einem Kursziel
von 130 Euro zum größten Optimisten unter den Analysehäusern
aufstieg. Dies wurde in der Studie von Analystin Justine Telliez mit
einer größeren Überzeugung für ein derzeit entwickeltes Medikament
gegen entzündliche Darmerkrankungen begründet./tih/mis