ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax nach Rekordlauf ausgebremst
Nach dem Sprung über 25.000 Punkte im Dax
am Vortag und einem fortgesetzten Rekordlauf an
diesem Donnerstag bis über 25.200 Punkte haben es die Anleger etwas
langsamer angehen lassen. Der deutsche Leitindex schloss mit plus
0,02 Prozent auf 25.127,46 Zähler. Der MDax der
mittelgroßen Werte beendete den Tag mit plus 0,06 Prozent auf
32.083,03 Punkte.
Mit Blick auf die Rekorde zu Beginn des Börsenjahres 2026 schrieben
die Autoren von Börsenbrief Fuchs-Kapital: So gut gelaunt und
geradlinig nach oben werde es im ersten Quartal nicht weitergehen.
Auch wenn das Gesamtumfeld gut bleibe und die Börsen eine gute
Perspektive für 2026 hätten, sollten Anleger im ersten Quartal
Vorsicht walten lassen.
Immerhin gab es am Donnerstag Zuversicht für die deutsche
Wirtschaft: Der Auftragseingang für die Industrie im November fiel
überraschend stark aus. "Die Talsohle dürfte durchschritten sein",
kommentierte Volkswirt Marc Schattenberg von Deutsche Bank Research.
An den New Yorker Börsen liefen zum europäischen Börsenschluss der
Leitindex Dow Jones Industrial und der
technologielastige Nasdaq 100 in unterschiedliche
Richtungen, mit Gewinnen für den Dow und Verlusten für den Nasdaq
100. Die europäischen Börsen entwickellten sich insgesamt verhalten.
Die Politik von US-Präsident Donald Trump hält die Anleger weiter in
Atem. Trump setzt nach dem Militäreinsatz in Venezuela nun die
Rüstungsindustrie unter Druck. Das Militärbudget für 2027 soll in
den USA deutlich auf 1,5 Billionen US-Dollar steigen.
US-Rüstungsunternehmen sollen Trump zufolge dafür allerdings bis auf
Weiteres die Dividendenausschüttungen und Aktienrückkäufe einstellen
und die Gelder stattdessen in den Ausbau ihrer Kapazitäten stecken.
Hierzulande reagierten die Aktien der Rüstungsunternehmen wie
Rheinmetall , Renk oder TKMS
mit Kursgewinnen zwischen 1,4 und 6,3 Prozent darauf.
Analystin Chloe Lemarie von Jefferies sieht auch europäische
Unternehmen von einer Erhöhung des US-Militärbudgets profitieren,
allerdings vor allem solche, die große Anteile ihrer Umsätze in den
USA generierten.
Bayer gewannen 3,1 Prozent. Ein Bericht zur
Agrarpolitik der Europäischen Union stützte. Die "Financial Times"
schrieb, dass Bayer an eine positive Veränderung des europäischen
Saatgutmarktes glaube, da sich die EU-Institutionen nach
mehrjährigen Verhandlungen darauf geeinigt hätten, die Regeln für
gentechnisch veränderte Nutzpflanzen zu lockern.
Infineon revidierten mit minus 3,7 Prozent ihre
Gewinne der beiden Vortage. Händler verwiesen auf eher verhaltene
Aussagen des Chipherstellers zum derzeitigen Geschäft. Damit würde
Infineon die jüngst vom US-Chipkonzern Microchip gezeigte Dynamik
noch nicht nachvollziehen. Schlechter als Infineon waren im Dax am
Donnerstag nur noch Siemens Energy mit minus 4,6
Prozent. Tagessieger im Leitindex waren Deutsche Telekom
mit plus 3,7 Prozent.
Puma sprangen im MDax um 8,6 Prozent hoch. Ein
Reuters-Bericht, wonach der chinesische Sportartikelkonzern Anta
Sports den 29-prozentigen Puma-Anteil der Pinault-Familie kaufen
will, gab Auftrieb./ajx/jha/