Aktien Frankfurt: Dax schwächelt nach Rekordlauf über 25.200 Punkte
Nach dem Sprung über 25.000 Punkte im Dax
am Vortag und einem fortgesetzten Rekordlauf an
diesem Donnerstag haben die Anleger es erst einmal langsamer angehen
lassen. An den New Yorker Börsen werden weitere Verluste erwartet,
sodass der überraschend starke Auftragseingang für die deutsche
Industrie im November wieder etwas in den Hintergrund rückte.
Nach einem Sprung über mehr als 25.200 Punkte am Morgen gab der
deutsche Leitindex Dax am Nachmittag 0,2 Prozent auf 25.073 Zähler
nach. Der MDax der mittelgroßen Werte sank um 0,6
Prozent auf 31.883 Punkte und auch europaweit wurden Verluste
verbucht.
Der Aufwärtstrend für die deutsche Industrie scheine sich zu
bestätigen. "Die Talsohle dürfte durchschritten sein", kommentierte
Volkswirt Marc Schattenberg von Deutsche Bank Research den Anstieg
der Aufträge hierzulande um 5,6 Prozent im Vormonatsvergleich.
"Endlich einmal wieder gute Nachrichten für die Industrie."
An den New Yorker Börsen indes waren am Vorabend nach anfänglichen
Rekorden von Dow Jones Industrial und S&P 500
die Indizes unter Druck geraten. Wieder einmal hatte
Donald Trump verunsichert, und auch an diesem Tag bleibt die Politik
des US-Präsidenten im Blick, der übt nach dem Militäreinsatz in
Venezuela nun Druck auf die Rüstungsindustrie ausübt.
Das Militärbudget für 2027 soll in den USA deutlich auf 1,5
Billionen US-Dollar steigen. Für das Haushaltsjahr 2026 sind rund
900 Milliarden Dollar vorgesehen. Dabei spricht Trump von einem
"Traum-Militär", das aufgebaut werden solle. US-Rüstungsunternehmen
sollen ihm zufolge dafür allerdings bis auf Weiteres die
Dividendenausschüttungen und Aktienrückkäufe einstellen und die
Gelder stattdessen in den Ausbau ihrer Kapazitäten stecken.
Hierzulande reagierten die Aktien der Rüstungsunternehmen wie
Rheinmetall , Renk oder TKMS
mit Kursgewinnen von bis zu 6,2 Prozent. Analystin
Chloe Lemarie von Jefferies sieht auch europäische Unternehmen von
einer Erhöhung des US-Militärbudgets profitieren, allerdings vor
allem solche, die große Anteile ihrer Umsätze in den USA generieren.
Bayer gewannen 4,2 Prozent. Ein Bericht zur
Agrarpolitik der Europäischen Union stützte. Die "Financial Times"
schrieb, dass Bayer an eine positive Veränderung des europäischen
Saatgutmarktes glaube, da sich die EU-Institutionen nach
mehrjährigen Verhandlungen darauf geeinigt hätten, die Regeln für
gentechnisch veränderte Nutzpflanzen zu lockern. Bayer sehe damit
auch die problematische Übernahme des US-Konkurrenten Monsanto als
gerechtfertigt an, hieß es.
Für Rational ging es im MDax um 2,5 Prozent nach
oben, nachdem die Privatbank Berenberg eine Kaufempfehlung für den
Profiküchen-Ausrüster ausgegeben hat. Der Profiküchen-Ausrüster sei
ein "exzellentes Unternehmen" und ausgezeichnet positioniert, um
mittelfristig deutlich zu wachsen.
PVA Tepla wurde zugleich von einer Empfehlung durch
das Bankhaus Metzler um 4,7 Prozent an die SDax-Spitze
hochgetrieben. Analyst Veysel Taze sieht das Tech-Unternehmen in
einem Wandel, weg von einem spezialisierten Ausrüstungsanbieter zu
einem Lösungsanbieter innerhalb der Halbleiter-Kernbranche, und
begrüßt dies./ck/mis