Aktien Europa: Leichte Verluste - Anleger werden vorsichtiger
Europas Aktienmärkte haben am
Donnerstag leicht nachgegeben. Sie folgten damit mäßigen Vorgaben
aus den USA und aus Asien. Der EuroStoxx 50 sank am
Mittag um 0,3 Prozent auf 5.905.85 Punkte.
Außerhalb des Euroraums ging es ebenfalls leicht nach unten. Der
britische Leitindex FTSE 100 fiel um 0,3 Prozent auf
10.017,99 Zähler. Der Schweizer SMI sank um 0,13
Prozent auf 13.306,57 Punkte.
Damit etablierte sich an den Märkten nach den Gewinnen zum
Jahresbeginn mehr und mehr eine abwartende Haltung. Dies gilt um so
mehr, als wichtige Daten anstehen. "Der Fokus richtet sich nun auf
den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag", hieß es in einem Kommentar
von Index Radar. "Übergeordnet bleiben Themen wie Grönland oder
Taiwan Unsicherheitsfaktoren, die jederzeit Volatilität freisetzen
können."
Zu den schwächeren Sektoren gehörten die Bauwerte. Saint-Gobain
verloren 3,6 Prozent, nachdem die UBS den Wert von
"Neutral" auf "Sell" abgestuft und das Kursziel von 92 auf 78 Euro
gesenkt hatte. Die Verkaufsempfehlung für Saint-Gobain reflektiere
negativere Einschätzungen zum Bau privater Häuser und Wohnungen in
der EU und den USA sowie zum gewerblichen Baugeschäft in der EU,
hieß es zur Begründung.
Auch Ölwerte gehörten zu den Verlierern. Die Aktien von Shell
verloren nach einem enttäuschenden Zwischenbericht
zur Produktion über zwei Prozent. Die Analysten der RBC sprachen von
einem harten Jahresende für den Ölkonzern. Die Schätzungen für
Gewinn und Cashflow dürften unter Druck kommen.
Durchwachsene Signale gab es von britischen Einzelhändlern. Tesco
verloren 5,3 Prozent. Die Analysten von Jefferies
sprachen von in Teilen enttäuschenden Qaurtalsumsatzzahlen. AB Foods
brachen nach einem schwachen Zwischenbericht sogar um
über elf Prozent ein. Marks & Spencer
stiegen dagegen um 1,4 Prozent. Die Analysten der Deutschen Bank
verwiesen auf die besser als erwartete Margenentwicklung im Rahmen
der jüngsten Zahlen.
Besser entwickelte sich der Bankensektor, wo BNP Paribas
um 2,3 Prozent kletterten. Die Analysten der UBS
hatten die Aktie von "Neutral" auf "Buy" hochgestuft und das
Kursziel von 77,40 auf 103,00 Euro angehoben. Mit einem Abschlag von
32 Prozent zum europäischen Bankensektor erscheine die Aktie des
französischen Geldhauses angesichts des Kapitalaufbaus und des
prognostizierten Gewinnwachstums von 50 Prozent im Zeitraum 2025 bis
2028 zu günstig, so die Begründung./mf/mis