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Wiener Börse: ATX setzt Konsolidierung fort – Trump sorgt für Verunsicherung

Die Wiener Börse startete am Donnerstag verhalten in den Handel. Der heimische Leitindex ATX setzte seine Konsolidierung fort und notierte rund eine Stunde nach Handelsbeginn mit einem Minus von 0,3 Prozent. Die Anleger zeigten sich angesichts bevorstehender US-Arbeitsmarktdaten und überraschender Äußerungen von Donald Trump zurückhaltend.

Warten auf den US-Jobmarkt und Trumps Interventionen

Nach einer beeindruckenden Jahresendrally mit zwölf Gewinntagen in Folge zeigte der ATX zur Wochenmitte erstmals wieder einen leichten Abschlag. Diese Konsolidierung setzte sich am Donnerstag fort. Ein wesentlicher Grund für die Zurückhaltung der Investoren ist der für Freitag erwartete US-Arbeitsmarktbericht.

Doch das war nicht alles. Verunsicherung stifteten auch aktuelle Aussagen von Donald Trump. Der ehemalige US-Präsident kündigte an, großen Finanzinvestoren den Kauf von Einfamilienhäusern zu verbieten. Zudem will er aufgrund einer aus seiner Sicht zu langsamen Aufrüstung US-Rüstungsunternehmen vorerst Dividenden und Aktienrückkäufe untersagen. Das dürfte die Märkte weiter beschäftigen.

Lichtblick aus der deutschen Industrie

Etwas positiver Impuls kam hingegen aus der größten Volkswirtschaft Europas. Die deutschen Industrieaufträge legten im November überraschend stark um 5,6 Prozent zu. Nach deutlichen Zuwächsen in den beiden Vormonaten scheint sich ein Aufwärtstrend zu verfestigen.

„Der leichte Aufwärtstrend der vergangenen Monate scheint sich zu bestätigen. Die Talsohle dürfte durchschritten sein“, kommentierte Volkswirt Marc Schattenberg von Deutsche Bank Research die erfreulichen Daten. Endlich einmal wieder gute Nachrichten für den Industrie-Standort Deutschland.

Gewinnmitnahmen bei den Vorjahresstars

Während die Unternehmensmeldungen in Österreich ruhig blieben, nutzten viele Anleger die Gelegenheit für Gewinnmitnahmen. Besonders bei den Top-Performern des Vorjahres wurde verkauft:
* Der Technologiekonzern AT&S verlor 1,7 Prozent.
* Der Stahl- und Industriegruppe voestalpine büßte 2,3 Prozent ein.
* Auch die Bauwerte Strabag und Porr gaben jeweils etwa ein Prozent nach.

Auf der Gewinnerseite konnte sich hingegen Frequentis behaupten. Das Unternehmen, das Lösungen für die Luftraumüberwachung entwickelt, profitierte indirekt von Trumps Rüstungsplänen und legte um 1,8 Prozent zu. Europaweit zogen Rüstungswerte an, nachdem Trump eine deutliche Anhebung des Verteidigungsbudgets in Aussicht gestellt hatte.

Insgesamt zeigt sich der Markt in einer abwartenden Haltung. Die starke Rally zum Jahresende scheint erst einmal eine Pause einzulegen, während die Anleger die nächsten Signale aus Übersee abwarten.