ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Schwache Dax-Woche endet unter 24.000 Punkten
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Freitag eine
schwache Woche mit Verlusten beendet. Zum Handelsende notierte der
deutsche Leitindex 0,57 Prozent tiefer bei 23.902,21 Punkten, womit
sein Wochenminus auf 1,9 Prozent wuchs. Für den Börsenmonat August
steht hingegen nur ein Kursrückgang um 0,7 Prozent zu Buche und seit
Jahresbeginn immer noch ein international herausragendes Plus von 20
Prozent. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen
verabschiedete sich am Freitag 0,24 Prozent schwächer mit 30.286,90
Punkten.
Dem Dax drohe im Ringen um die 24.000-Punkte-Marke die Kraft
auszugehen, warnte Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom
Handelshaus Robomarkets. "Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er
bricht." Panikartige Verkäufe sind dem Experten zufolge allerdings
nicht zu befürchten. Bereits bei 23.500 Punkten sieht er die nächste
Haltelinie für den Dax, der inzwischen ein gutes Stück von seinem
Rekordhoch bei 24.639 Punkten aus dem Juli zurückgefallen ist.
Konjunkturdaten von beiden Seiten des Atlantiks hatten vor dem
Wochenende wieder einmal keinen Einfluss auf die Kurse.
An Europas Börsen dominierten ebenfalls negative Vorzeichen. Der
Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank letztlich um
0,8 Prozent. In Zürich ging der SMI 0,3 Prozent
tiefer aus dem Handel. Ähnlich fiel der Kursrückgang beim Londoner
FTSE 100 aus. Der New Yorker Leitindex Dow Jones
Industrial notierte zum europäischen Handelsschluss
0,4 Prozent tiefer, und für den technologielastigen Auswahlindex
Nasdaq 100 ging es um 1,2 Prozent bergab.
Am deutschen Aktienmarkt griffen die Anleger bei Rüstungswerten
beherzt zu: Rheinmetall führte mit einem Kursplus von
3,2 Prozent die Gewinnerliste im Dax an, während Hensoldt
und Renk mit Kursaufschlägen von 3,4
und 2,7 Prozent im MDax weit vorn lagen. Der am Nachmittag bekannt
gewordene Verkauf der restlichen Renk-Beteiligung des
Finanzinvestors Triton gab dem Aktienkurs nur einen kurzfristigen
zusätzlichen Schub. Im bisherigen Jahresverlauf belegen die drei
Titel ebenfalls Spitzenplätze.
Schaeffler-Papiere profitierten als bester Titel im
Nebenwerte-Index SDax mit plus 5,5 Prozent von einer
neuen Kaufempfehlung der US-Bank Citigroup. Der Auto- und
Industriezulieferer könnte sich zu einem Champion im Bereich
Hardware für humanoide Aktuatoren entwickeln, ein Markt, dessen
Volumen bis zum Jahr 2050 auf mehr als eine Billion US-Dollar
geschätzt werde, schrieb Analyst Ross Macdonald. Humanoide
Aktuatoren sind elektrische, hydraulische oder pneumatische
Antriebssysteme, die Bewegungen menschenähnlicher Roboter
ermöglichen.
Die Aktien von Gerresheimer schlossen nach der
überraschenden Bekanntgabe eines neuen Finanzchefs 1,6 Prozent
fester. Im Verlauf des Monats waren sie auf den tiefsten Stand seit
dem Jahr 2014 gefallen. Die Veränderung im Management des
Verpackungsspezialisten sei lange überfällig, und der neue
Finanzchef dürfte von den Anlegern mit offenen Armen empfangen
werden, schrieb Analyst Pallav Mittal von der britischen Bank
Barclays.
Dagegen knüpfte SDax-Schlusslicht Fielmann mit minus
3,9 Prozent an den schwachen Vortag an. Die Anleger fragten sich
offenbar weiter, ob die tags zuvor bestätigten Jahresziele der
Optikerkette möglicherweise doch zu hoch liegen./gl/stw