ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax kaum bewegt trotz Nvidia-Zahlen und Daten
FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach drei Tagen mit moderaten Verlusten hat
sich der Dax am Donnerstag ein wenig stabilisiert.
Zum Handelsende notierte er 0,03 Prozent tiefer bei 24.039,92
Punkten. Weder die mit Spannung erwarteten Geschäftszahlen des
KI-Chip-Spezialisten Nvidia noch Konjunkturdaten
sorgten für Kursimpulse.
Auf kurze Sicht sei es nun wichtig, dass der deutsche Leitindex
nicht nachhaltig unter 24.000 Punkte falle, schrieben die Experten
der Landesbank Helaba. Zur Wochenmitte hatte das Börsenbarometer die
viel beachtete runde Marke zeitweise unterschritten. Der MDax
der mittelgroßen Unternehmen schloss am Donnerstag
0,41 Prozent schwächer mit 30.358,46 Punkten.
In Europa fehlte ebenfalls eine klare Richtung. Für den
Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es letztlich
minimal bergauf. Der schweizerische SMI
verabschiedete sich 0,1 Prozent höher, wogegen der britische FTSE
100 etwas nachgab. In New York notierten die
wichtigsten Aktienindizes zum europäischen Börsenschluss moderat in
der Gewinnzone.
Am deutschen Aktienmarkt standen Automobilwerte im Fokus. Die
Zulassungszahlen des Verbands der europäischen Automobilhersteller
(Acea) für Juli seien ein "Hoffnungsschimmer", sagte ein Händler.
Sie könnten die Stimmung für die Branche ein wenig aufhellen.
Mercedes-Benz und BMW gewannen jeweils
0,8 Prozent, wogegen Porsche AG und Volkswagen
ein wenig nachgaben.
Für Continental ging es um 1,2 Prozent hoch, nachdem
der Zulieferer in der US-Industrieholding Regent einen Käufer für
sein Geschäft mit Schlauchleitungen für Autos gefunden hat. Über den
Kaufpreis hätten beide Seiten Stillschweigen vereinbart, hieß es.
Die Kartellbehörden müssen dem Deal noch zustimmen, der bei
Analysten auf ein positives Echo stieß.
ProSiebenSat.1 profitierte vom Ende des
Bietergefechts um den Fernsehkonzern. Die Aktien stiegen mit plus
3,7 Prozent auf den höchsten Stand seit zwei Jahren. Mit dem vom
tschechischen Investor PPF angekündigten Verkauf seines Anteils von
knapp 15,7 Prozent an die Berlusconi-Gesellschaft Media for Europe
(MFE) steigt deren Beteiligung auf rund 60 Prozent -
und es könnte noch mehr werden.
Ein möglicher Großauftrag aus Australien beflügelte die Aktien des
Elektrolysespezialisten Thyssenkrupp Nucera mit plus
2,7 Prozent. Seit Jahresbeginn steht aber immer noch ein Kursverlust
von fast 13 Prozent zu Buche.
Hingegen sackten die Aktien des Diagnostik-Unternehmens Qiagen
nach der Ankündigung einer Anleihenplatzierung auf
den tiefsten Stand seit rund zweieinhalb Monaten ab. Zum Handelsende
lagen sie 4,2 Prozent im Minus am Dax-Ende.
Dass Delivery Hero im Zuge von Halbjahreszahlen die
Jahresziele für operatives Ergebnis (Ebitda) und Free Cashflow
kappte, brockte dem Essenslieferdienst einen Kursrückgang von 5,9
Prozent ein.
Die Titel von Redcare Pharmacy sackten als
MDax-Schlusslicht um 8,8 Prozent ab. Ein Händler verwies auf einen
Medienkommentar, der sich massiv für eine Liberalisierung des
Vertriebs von Medikamenten und Gesundheitsartikeln in Deutschland
ausspricht. In diesem wird vor allem auf die Drogeriekette dm als
potenzieller Wettbewerber von Apotheken verwiesen. Das werde auf die
Margen drücken, prognostizierte der Händler.
Im Nebenwerte-Index SDax verloren die Aktien von Fielmann
nach detaillierten Halbjahreszahlen 4,6 Prozent.
Diese hätten nicht überrascht, die geplante Expansion der
Optikerkette in den USA betrachte er jedoch mit Vorsicht,
kommentierte ein Händler.
Auch das Investmenthaus Jefferies sorgte im SDax für Bewegung. Eine
Kaufempfehlung ließ die zuletzt seitwärts tendierenden Aktien des
IT-Dienstleisters Cancom um 3,6 Prozent steigen.
Dagegen büßten der Energieinfrastruktur-Konzern Friedrich Vorwerk
und der Arzneimittelhersteller Dermapharm
4,4 beziehungsweise 4,8 Prozent ein, nachdem
Jefferies deren Papiere abgestuft hatte./gl