ROUNDUP 2: BMW-Ausblick steht trotz US-Zöllen und Gewinneinbruch - Kursplus
(neu: vorbörslicher Kurs, Analyst, beides 4. Absatz.)
MÜNCHEN (dpa-AFX) - BMW
Je anspruchsvoller das Umfeld, umso entscheidender seien Produkte, Strategie und Flexibilität, sagte Konzernchef Oliver Zipse. Man bediene "die unterschiedlichen Kundenwünsche weltweit" und könne so "robuste Ergebnisse" erzielen und Kurs auf die Jahresziele halten.
Schon die im April veröffentlichten Absatzzahlen für das erste Quartal hatten nichts Gutes erwarten lassen: Der deutliche Absturz in China hatte die weltweiten Verkäufe des BMW-Konzerns, zu dem auch Mini und Rolls-Royce gehören, ins Minus gezogen. Konkret um 1,4 Prozent auf 586.000 Autos. Das ergab einen Umsatz von 33,8 Milliarden Euro - 7,8 Prozent weniger als vor einem Jahr.
Mit den Zahlen aus dem Tagesgeschäft schnitt BMW allerdings besser ab als von Experten befürchtet. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern rutschte um 22,5 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro ab. Im Automobilbau sank die am Kapitalmarkt viel beachtete operative Marge (Ebit) um 1,9 Prozentpunkte auf 6,9 Prozent. Das war mehr als von Analysten im Schnitt zuvor geschätzt. Die Aktie stieg vorbörslich auf der Handelsplattform Tradegate um zwei Prozent gegenüber dem Xetra-Schluss vom Vorabend. Für UBS-Analyst Patrick Hummel war es eine Überraschung, dass BMW die Prognose trotz der Zollbelastungen bestätigt habe.
BMW ist mit seinem Gewinneinbruch nicht alleine - und hat sich im
Vergleich zur deutschen Konkurrenz gar nicht mal so schlecht
geschlagen: Erzrivale Mercedes
Die Stimmung in der Branche ist schlecht
Die Stimmung in der deutschen Autoindustrie - inklusive Zulieferern - ist schlecht. Der vom Ifo-Institut erhobene Geschäftsklimaindex für die Branche liegt mit minus 30,7 Punkten tief im negativen Bereich. Vor allem bei den Exporterwartungen ging es jüngst wieder nach unten, zudem schätzen die Unternehmen ihre Wettbewerbsposition den Wirtschaftsforschern zufolge außerhalb der EU schlechter ein.
Es sind die zwei großen Probleme der für Deutschland wichtigen
Industrie: In China sind die Autobauer einer immer stärker werdenden
heimischen Konkurrenz und einem scharfen Preiswettbewerb ausgesetzt.
Und in den USA drückt vor allem die Angst, wie es mit den Zöllen von
Präsident Donald Trump weitergehen wird. Selbst das US-Unternehmen
Ford
BMW produziert zwar in den USA mit etwas weniger als 400.000 Fahrzeugen pro Jahr ungefähr so viele Autos, wie es dort verkauft. Mehr als die Hälfte davon werden allerdings auch von dort exportiert. Das bringt den Münchnern regelmäßig den überraschenden Titel des nach Wert der Fahrzeuge größten US-Auto-Exporteurs, macht aber den Import anderer Autos und von Teilen in die USA notwendig. Höhere Zölle schmerzen BMW also deutlich. Die Belastungen aus Zöllen und möglichen Gegenzöllen könnten im Milliardenbereich liegen.
Dennoch hat BMW nun seine Prognose aus dem März bestätigt. Auch weil der Konzern davon ausgeht, dass die aktuellen Erhöhungen "teilweise temporärer Natur sein werden" und auf die Nachfrage nach seinen Autos vertraut. Die Prognose sieht ein Vorsteuerergebnis auf Vorjahresniveau vorher - das wären grob 11 Milliarden Euro. Die operative Marge in der Autosparte soll weiter zwischen 5 und 7 Prozent liegen.
Allerdings warnt BMW auch: "Der tatsächliche Geschäftsverlauf kann gegenüber diesen Erwartungen abweichen" - unter anderem durch neue Zölle oder wenn geltende Zölle länger als erwartet gelten. Finanzchef Walter Mertl hatte insbesondere für den Fall dauerhaft erhöhter US-Zölle auf EU-Importe von weiteren spürbaren Belastungen gesprochen. Die mittlerweile gestiegenen Zölle gegen die EU waren im Unternehmensausblick nämlich noch nicht enthalten./ruc/men
ISIN DE0005190003
AXC0102 2025-05-07/08:48
Relevante Links: BMW AG, Volkswagen AG, Mercedes-Benz Group, Ford Motor Company