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Atrium, Meinl Vergleichsangebot - Frist um 3 Monate erstreckt

Anlegeranwälte und Atrium, die Nachfolgegesellschaft der Meinl-Immobilienfirma Meinl European Land (MEL) sowie die Meinl Bank, wollen ihren Streit über ein Sammelvergleichssystem final beilegen. Der Vergleich soll über eine Stiftung nach niederländischem Recht ("Stichting Atrium Claim") laufen. Die Anmeldefrist war im Jänner bis 18. April veranschlagt worden. Jetzt geht das länger.

Am Montag teilte der Anlegeranwalt Eric Breiteneder mit, dass die Teilnahmefrist um drei Monate verlängert wurde. Betroffene Investoren könnten sich nun bis 17. Juli registrieren (www.atriumclaim.com). Breiteneder ist der österreichische Anwalt der Stiftung.

Um an der Vergleichslösung teilzunehmen und Gelder aus einem mit 60 Mio. Euro gefüllten "Kompensationsfonds" abzurufen, mussten betroffene MEL-Investoren bis 20. Juni 2014 entweder Zivilklagen eingebracht haben und/oder sich laufenden Meinl-Verfahren in Wien als Privatbeteiligte angeschlossen haben. Es darf jedenfalls keine Verjährung eingetreten sein.

Mit heutigem Stand hätten 3.541 Nutzer ihre Ansprüche berechnen lassen, berichtete Breiteneder in einer Aussendung. 1.460 Angebote seien abgegeben worden, dies entspreche einem Kompensationsbetrag von 10,8 Mio. Euro. Seit Mitte März werde, nach Prüfung der Richtigkeit, die jeweilige Kompensation an betroffene Investoren ausbezahlt. Der Anwalt berichtete, dass die Zahl der Interessenten gerade in den letzten Tagen sprunghaft angestiegen sei.

Der IVA (Interessensverband für Anleger) unterstützt diese Art des Sammelvergleichs und empfiehlt die Teilnahme. IVA-Chef Wilhelm Rasinger sagte am Montag zur APA, dieses freiwillige Vergleichsangebot sei vor allem für jene Investoren interessant, die 2007 MEL-Papiere gekauft hätten und die noch theoretische Chancen hätten, ihre Ersatzansprüche durchzusetzen. "Ich finde, dieses Stiftungsmodell, das auch bei VW zur Anwendung kommt, durchaus geeignet, Vergleichsverfahren auf breiter Basis durchzusetzen. Das Modell gefällt mir besser als Sammelklagen." Eine Sammelklage hatten die Stiftungsvertreter heuer im Jänner zurückgezogen.

(APA)