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Serie 25 Jahre ATX: 2007 - Bei MEL platzt die Bombe - und weitere Meinl-Firmen betreten das Börsenparkett

Sorgen um die US-Hypothekenbanken und die US-Wirtschaft sorgten zwar bereits im März für einen Rücksetzer an den internationalen Börsen, der ATX konnte dennoch am 9. Juli die Marke von 5000 Punkten knacken und verzeichnete sein bisheriges Intraday-Hoch bei 5010,93 Punkten. Nach zwei großen Kursstürzen im Juli und November endete das Börsenjahr aber dort, wo es angefangen hatte. Die internationale Hypotheken- und Finanzkrise hatte die Dauerparty in Wien beendet. Volatilität wurde zum Schlagwort, Anleger mussten sich hierbei an neue Dimensionen gewöhnen. Die Handelsumsätze stiegen zwar wieder signifikant an (+ 45%), das kann freilich auch mit den teils heftigen Abverkäufen zu tun haben, von denen die Immobilientitel als erste erfasst wurden.

Es war freilich nicht nur die US-Immobilienkrise, die den heimischen Immos zu schaffen machte. Am 23. August platzte bei Meinl European Land (heute Atrium) die Bombe. Die Gesellschaft ließ sich in einer HV einen Aktienrückkauf genehmigen. Parallel dazu wurde im Quartalsbericht allerdings veröffentlicht, dass MEL bereits im zurückliegenden Quartal kräftig rückgekauft hatte. Ein langjähriger Rechtsstreit entbrannte. Vor dem Kursrutsch hatte MEL an der Börse nochmals kräftig zugelangt und eine Kapitalerhöhung über 1,5 Mrd. Euro durchgeführt. Das bedeutete dennoch nur Rang 2: Die Kapitalerhöhung der Immoeast hatte ein Volumen von 2,8 Mrd. Euro. Insgesamt holten sich Unternehmen rund 10 Mrd. an Eigenkapital, rund 15% weniger, als im Jahr davor. Am Neuemissionsmarkt lag das Volumen mit rund 2,9 Mrd. Euro über dem Vorjahreswert von 1,86 Mrd. Euro. Das ist zum einen der Strabag zu verdanken, dies nicht nur punkto Größe, sondern auch punkto Dramaturgie: der für April avisierte Börsegang wurde aufgrund des Einstiegs von Oleg Deripaska in letzter Minute verschoben. Zum anderen steuerte auch Meinl zur IPO-Statistik bei: Die Börsengänge von Meinl Airports und Meinl International Power hatten ein Volumen von insgesamt 1,3 Mrd. Euro. Der Edelstahlspezialist Breitenfeld hingegen sagte das IPO nach Absolvierung der Roadshow ab, Frequentis, ein Anbieter von Flugsicherheits-Technologie, verschob den Börsegang kurz vor dem offiziellen Startschuss.

Spannend war es auch bei Böhler-Uddeholm: Am Freitag, 16. März, setzt die Aktie zu Börsenschluss zu einem 30%-Kurssprung nach oben an. Am Montag gibt der Vorstand das Interesse eines Finanzinvestors (CVC) am 21%-Paket der Aktionärsgruppe um den Badener Rechtsanwalt Rudolf Fries bekannt. Nach einer Diskussion rund um den Ausverkauf ans Ausland kommt die voestalpine ins Spiel, die dann auch den Zuschlag erhält. Insgesamt wird das Gesamtpaket mit 3,7 Mrd. Euro veranschlagt.


(red)

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