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Holger Scholze: DAX deutich im Minus: China wertet Yuan ab

Konzernumbau: Google wird zu Alphabet

Der DAX gab heute deutlich nach. Am frühen Nachmittag notierte das deutsche Börsenbarometer bei 11.403 Punkten mit 1,7 Prozent im Minus. 

Nach einer Serie enttäuschender Konjunkturdaten hat die chinesische Zentralbank den Yuan um zwei Prozent abgewertet, um die Wettbewerbsfähigkeit heimischer Produkte auf dem Weltmarkt zu steigern. Für Unternehmen aus dem Ausland sind die Rahmenbedingungen für ihre Geschäfte in China damit aber schwieriger geworden. 

Die Aktien der deutschen Autobauer stehen entsprechend unter Druck. BMW, Daimler und VW verloren jeweils rund vier Prozent an Wert. Dies liegt aber auch daran, dass der Autoabsatz in China den vierten Monat in Folge rückläufig war. Im Juli wurde ein Rückgang um 7,1 Prozent auf 1,5 Millionen Fahrzeuge gemessen. Das ist der schwächste Absatz im weltgrößten Automarkt seit zweieinhalb Jahren. 

Aus Google wird Alphabet. Der US-Internetkonzern kündigte überraschend einen umfangreichen Umbau an, um einzelnen Sparten eine größere Unabhängigkeit zu geben. Die neue Gesellschaft werde als Holding organisiert, erklärte Google-Chef Lerry Page, der künftig den Vorsitz von Alphabet übernehmen wird. Die Web-Aktivitäten würden von den sonstigen Geschäften getrennt. Dabei werde ein “etwas schlankeres” Google das größte Tochterunternehmen sein. Die neue Struktur ähnelt dem Aufbau von Berkshire Hatahway, der Beteiligungsgesellschaft von Warren Buffett, dem wohl erfolgreichsten Investor aller Zeiten. Die Aktien von Google sprangen heute an der Börse Stuttgart um 5,6 Prozent auf 638,80 Euro nach oben.

Unterdessen haben Börsenprofis die Aussichten für die deutsche Wirtschaft überraschend schlecht bewertet. Das Barometer für die Konjunkturerwartungen in den nächsten sechs Monaten fiel im August bereits den fünften Monat in Folge. Es gab um 4,7 auf 25,0 Punkte nach, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner Umfrage unter 228 Anlegern und Analysten mitteilte. 

Euwax Sentiment

Der Euwax-Sentiment-Index lag am frühen Nachmittag bei plus 35 Punkten. In dieser Phase setzte die Mehrheit der kurzfristig orientierten Derivateanleger mit Knock-out-Calls und Call-Optionsscheinen auf bald wieder steigende Notierungen des DAX. 

TRENDS IM HANDEL

An der Euwax waren heute erneut Knock-out-Puts auf den EuroSTOXX 50 gesucht. Händlern zufolge soll die Empfehlung eines Börsenbriefes dahinter stecken. 

Außerdem kam es zu einem regen Handel mit Knock-out-Calls auf die Aktie der Deutschen Telekom, ohne dass sich dabei ein konkreter Trend entwickelte. 

Darüber hinaus setzt eine Reihe von Marktteilnehmern mit Call-Optionsscheinen auf steigende Kurse der Aktien von Daimler, Starbucks sowie Amazon.com.

Börse Stuttgart TV

Steht der nächste Crash an den US-Aktienmärkten bevor? Noch ist nichts dramatisches passiert, doch die die Marktbreite an den US-Aktienmärkten ist mittlerweile wieder ähnlich groß wie in den Jahren 2000 und 2007. Was damals folgte, dürfte vielen Anlegern noch in schmerzlicher Erinnerung sein. Doch was bedeutet es eigentlich, wenn Analysten von einer „nachlassenden Marktbreite“ sprechen? Wie gefährlich ist eine solche Entwicklung? Roland Hirschmüller von der Baader Bank sprach darüber bei Börse Stuttgart TV.