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Starke Überseebörsen geben Wien und Co Auftrieb

Unterstützung kommt heute vor allem aus Japan, wo der Nikkei fast drei Prozent zulegte. Die Optimisten gewinnen nahe an den Rekordhochs international wichtiger Indizes wohl derzeit wieder die Oberhand, sagte ein Marktbeobachter. Kurzfristig orientierte Händler könnten darauf spekulieren, dass technische Widerstände durchbrochen werden. Auf der dünnen Agenda stehen Daten vom wichtigen Häusermarkt aus den USA.

Am Donnerstag hatte der ATX geringfügige 0,06 Prozent höher bei 2639,40 Punkten geschlossen. Nach einem schwachen Start konnte sich der Markt im Tagesverlauf sukzessive wieder auf das Vortagesniveau vorkämpfen. Gleich im Frühhandel hatten enttäuschende Einkaufsmanagerindizes aus China und Europa die Börsen nach unten geschickt. Die meisten Börsen konnten aber zumindest einen Teil ihrer anfänglichen Verluste im Verlauf wieder aufholen.

Gut gesucht waren in Wien am Donnerstag vor allem OMV und stiegen um 3,03 Prozent auf 34,03 Euro. Die Aktie konnte ihre Vortagesverluste damit mehr als wett machen. Bei höherem Volumen fest schlossen auch AT&S (plus 2,56 Prozent auf 8,41 Euro).

Rosenbauer legten nach Meldung von Zahlen 1,31 Prozent auf 64,95 Euro zu. Der Feuerwehrausstatter hat Umsatz und Betriebsergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr 2013 verbessert. Nach vorläufigen Zahlen stiegen die Erlöse um 14 Prozent auf 735 Mio. Euro, das Betriebsergebnis (EBIT) erhöhte sich um 10 Prozent auf 42,3 Mio. Euro. Analysten hatten im Vorfeld im Mittel mit 733 Mio. Umsatz und einem höheren EBIT von 46,6 Mio. gerechnet.

Auch die europäischen Leitbörsen werden nach guten Vorgaben aus Japan und den USA freundlich erwartet. In Frankfurt stand der X-DAX als außerbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex rund eine Stunde vor dem Börsenstart 0,33 Prozent höher bei 9.651 Punkten. Damit steuert das Börsenbarometer auf eine wenig veränderte Wochenbilanz zu. Der Future auf den Euro-Stoxx-50 deutete am Morgen ein Plus von 0,32 Prozent an. Der Future auf den FTSE-100 in London wiederum notierte mit einem Plus von 0,56 Prozent.

Vorbörslich stark unter Druck gerieten die Papiere der SGL Group: Beim Broker L&S sackten die Papiere um rund sieben Prozent ab. Der Kohlenstoffspezialist zieht nach schwindenden Hoffnungen auf eine verbesserte Geschäftslage die Notbremse. Für das abgelaufene Jahr sollen die Aktionäre keine Dividende erhalten. Der Blick auf das noch junge Jahr fällt pessimistisch aus. Sollte sich die negative Entwicklung insbesondere beim Hauptgeschäft mit Graphitelektroden nicht deutlich verbessern, werde es schwierig werden, einen erneuten Rückgang des operativen Gewinns zu vermeiden. Ein Händler bezeichnete diesen Ausblick als negative Überraschung: Analysten hätten auf eine deutliche Verbesserung der Ertragssituation gehofft.

Der Spezialpumpenhersteller Pfeiffer Vacuum hingegen versprach für 2014 steigende Umsätze und eine höhere Profitabilität. Zudem übertraf der Umsatz im vergangenen Jahr leicht die Erwartungen der Analysten. Bei L&S legten die Papiere um 0,38 Prozent zu.

Unter den in DAX gelisteten Papieren profitierten die Papiere der Merck KGaA bei L&S mit plus 0,23 Prozent kaum von Aussagen des Konzernchefs zu weiteren Zukaufplänen. In einem Interview des "Handelsblatts" hatte Karl-Ludwig Kley angekündigt, weiter nach geeigneten Übernahmezielen Ausschau zu halten. Ein Händler sagte, zunächst müsste erst einmal die Übernahme von AZ Electronic Materials unter Dach und Fach gebracht werden - und diese sei keinesfalls sicher.

In einem ansonsten nachrichtenarmen Umfeld dürften auch Analystenkommentare die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. So stiegen die Titel der Deutschen Post bei L&S um rund ein Prozent. Laut Händlern erhöhte Morgan Stanley das Kursziel für die Papiere des Logistikkonzerns. Aktien des Anlagen- und Maschinenbauers Dürr legten nach einem positiven Analystenkommentar der UBS bei L&S um mehr als ein Prozent zu.