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Im Visier der Algotrader (2): VIG hat den höchsten Anteil, Andritz den größten Umsatz ...

„Menschen machen Fehler, Computer nicht“. Mit Slogans wie diesen machen die Hersteller von Algorithmic Trading-Software Werbung für ihre Anwendungen. Zu diesen Produkten zählen auch jene Programme, die den Hochfrequenzhandel ermöglichen, welche mit dem Flash Crash der New Yorker Börse im Mai 2010 in Verbindung gebracht werden (mehr dazu finden Sie hier).

Experten gehen davon aus, dass an den US-Börsen mittlerweile an die 70% des Handels über Algo-Trading Software läuft, in Deutschland sollen es an die 50% sein. Auch an der kleinen, aber feinen Wiener Börse wächst die Macht der Algotrader (siehe “Die heimliche Macht der Algotrader”). Während Kritiker des computergesteuerten Handels darin eine Gefahr sehen, weil Algotrading-Programme durch ihre Ähnlichkeit Markttrends verstärken - sprich etwa einen Kursverfall zu einem Total-Crash machen können - sprechen Befürworter von zusätzlicher Liquidität, die in den Handel mit Aktien fließt.

Dass Probleme mit Tradingsoftware mitunter fatale Fehler nach sich ziehen können, zeigen die Ereignisse am 2. August des Vorjahres. Knight Capital, einem der größten Händler an der NYSE, kostete die fehlerhafte Installation einer neuen Handelssoftware, die nach der Implementierung Millionen von Kauf- und Verkaufsorders absetzte, 440 Millionen Dollar.

Schneeballeffekte

Algotrader, vor allem Hochfrequenzhändler, werden auch von den Börseaufsichten verschiedener Länder mit Argusaugen beobachtet. Für viele stellen sie per se ein Risiko für die Stabiliät an den Märkten dar, da die Programme dazu neigen Effekte zu verstärken und zu beschleunigen, so dass aus Kursverlusten in einer Art Schneeballeffekt binnen kürzester Zeit dramatische Kurseinbrüche entstehen können. Pech haben in diesem Fall auch Anleger die möglicherweise ihre Stopp-Loss-Kurse zu eng gesetzt haben. Sie werden von solchen Ereignissen geradezu überrollt und fliegen aus Aktien raus, ohne es wirklich gewollt zu haben.

VIG mit höchstem Anteil

Doch zurück nach Wien. Auch hierzulande ist der Handel via Agotradingsoftware deutlich angestiegen. Das ergab eine Untersuchung der entsprechenden Wiener Börse Daten durch den Börse Express. Im Mai 2013 lag der durchschnittliche tägliche Handelsanteil bei Aktien die mittels Tradingsoftware gehandelt wurden bei 17,4%. Bei einigen Titeln lag der Anteil aber noch deutlich darüber. So etwa bei der VIG, deren Umsatz im Schnitt der ersten zehn Handelstage (Untersuchungszeitraum) zu mehr als 34% durch Algotrading zustande kam. Spitzenreiter in absoluten Zahlen war Andritz, mit einem durchschnittlichen Algotrading-Tagesumsatz von fast 13 Millionen Euro (Doppelzählung). Unter den Top 5 befindet sich vom Umsatz her auch die Immofinanz-Aktie (siehe Tabelle). Beliebt bei Algotradern sind aber auch andere Immobilienaktien wie etwa Atrium.

Die Liste mit den höchsten Einzel-Umsätzen und den höchsten Algotradinganteilen (während des Untersuchungszeitraumes) finden Sie im Börse Express pdf. vom 05.06. 2013. Außerdem eine Übersicht über die wichtigsten Tricks mancher Algotrader.

(hf)

Relevante Links: Andritz AG