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Brezinschek: Etablierte Aktienmärkte

Waren es in den Wochen zuvor insbesondere Liquiditätsargumente und geänderte Leitzinserwartungen gegenüber der EZB, so ließen zuletzt vor allem verbesserte Konjunkturindikationen wie z. B. Industrieproduktionsdaten aus weiten Teilen Europas oder Arbeitsmarktdaten aus den USA die Anlegerstimmung beflügeln. Von der Unternehmensberichtssaison, die sich ihrem Ende zuneigt, sind dagegen gemischte Signale ausgegangen. Während in den USA einmal mehr eine deutliche Mehrheit der veröffentlichten Zahlen die Erwartungen – in Sachen Gewinne, weniger in Sachen Umsätze – übertreffen konnte, sieht das Bild in Europa trüber aus. Eine Mehrheit der Konzerne hat die Gewinnerwartungen für das erste Quartal bislang nicht erfüllen können. Das diesbezügliche Ergebnis in Sachen Umsatzentwicklung fiel sogar noch schwächer aus und liegt auch klar unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Berichtssaison wird in der kommenden Woche noch einmal im Fokus des Interesses stehen.

Obwohl wir weiter zu unserer Erwartung eines (sehr) guten Aktienjahres 2013 stehen, fürchten wir, dass auf Basis der erhöhten Indexniveaus in den Sommermonaten eine Verschnaufpause bei der Rekordjagd der Aktienindizes anstehen könnte. Wir nehmen unsere „Kauf“-Empfehlung für die Regionen Europa und USA in diesem Sinne vorläufig auf „Halten“ zurück.

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Der japanische Nikkei 225 legte bis zuletzt vehement zu. Seit der Neuwahlankündigung Mitte November blickt der Index damit auf ein Kursplus von mehr als 65 % zurück. Die von uns für das zweite Quartal unterstellte Konsolidierungsphase hat sich damit bislang ganz klar als falsch erwiesen. Der Yen verlor in der gleichen Zeit gut ein Viertel an Außenwert gegenüber dem US-Dollar. Die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der stark vom Export abhängigen Unternehmerschaft Nippons bestätigt sich in einer respektablen Berichtssaison und mittlerweile vier Monaten mit mehrheitlich positiven Analystenrevisionen der Gewinnschätzungen für die nächsten zwölf Monate. Festzuhalten ist aber, dass die Kurs- anstiege bereits einen konjunkturellen Boom einpreisen, der auf absehbare Zeit nicht realisierbar ist. Des Weiteren deuten so ziemlich alle Indikatoren im Moment darauf hin, dass der Markt überhitzt ist. Zudem zählt Japan aus Bewertungssicht mittlerweile zu den teuersten Weltregionen (z.B.: zykl. adjustiertes KGV MSCI Japan 25 vs. MSCI Europa 15). Wir halten eine Konsolidierung auf die kurze Frist nach wie vor für überfällig, diese sollte sich aber angesichts des von uns unterschätzten „Liquiditätsarguments“ auf deutlich höheren Kursniveaus ab- spielen. In diesem Sinne ändern wir unsere Prognose für den Nikkei 225 Index für Juni auf 14.500 Punkte ab.