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Lenzing lief 2012 besser als ewartet - 2013 wird aber nach unten justiert

Die Lenzing Gruppe konnte im Geschäftsjahr 2012 trotz der schwierigen Marktverhältnisse im Kerngeschäft Fasern das zweitbeste Ergebnis der Unternehmensgeschichte erzielen. Dafür waren eine neue Faserverkaufsrekordmenge und die gute Performance der Spezialfaser Tencel verantwortlich. Der konsolidierte Konzernumsatz sank im Vergleich zum Vorjahr um 2,3% auf 2,09 Mrd. Euro. Der Rückgang beruhte darauf, dass 2012 mehr Faserzellstoff aus dem Zellstoffwerk Paskov konzernintern verwendet wurde als 2011. Bereinigt um diesen Konsolidierungseffekt blieb der Umsatz konstant. Die gegenüber dem Boomjahr 2011 deutlich niedrigeren Faser-Durchschnittspreise wurden durch den kräftigen Anstieg der Faserverkaufsmenge um knapp 14% von zuletzt rund 712.000 Tonnen auf rund 810.000 Tonnen ausgeglichen. Das EBITDA lag mit 358,7 Mio. Euro um 25,3% unter dem bisherigen Rekordwert 2011. Das EBIT erreichte 255,0 Mio. Euro, was einem Rückgang von 29,9% gegenüber dem Vorjahreswert entspicht. Lenzing Vorstandsvorsitzender Peter Untersperger: „Wir haben uns trotz eines sehr schwierigen Marktumfeldes 2012 gut geschlagen. Unsere operativen Margen lagen naturgemäß unter jenen des Boomjahres 2011, aber nach wie vor auf gutem Niveau. Wir haben auch unsere neuen Produktionskapazitäten voll ausgefahren und waren das gesamte Jahr über ausverkauft. Dieser Erfolg beweist die langfristige Richtigkeit unserer Wachstumsstrategie in unserem Kerngeschäft Man-made Cellulosefasern.“ Die einmaligen Stilllegungskosten des Joint Ventures mit der SGL Carbon und Kelheim Fibres, der European Precursor (EPG) betrugen 23,5 Mio. Euro. Daraus errechnete sich ein EBITDA nach Umstrukturierungen in Höhe von 352,4 Mio. Euro.

Die Dividende wird von 2,5 auf 2,0 Euro reduziert - 1,7 hätten für Analysten gereicht.

Zum Ausblick heißt es: Die aktuelle Marktsituation mit vielen Unsicherheitsfaktoren lässt nur eine geringe Visibilität für die weitere Entwicklung im Jahr 2013 zu. Von Lenzing wird ein Seitwärtstrend am Fasermarkt am wahrscheinlichsten eingeschätzt und das Geschäftsjahr 2013 damit als Übergangsjahr angesehen. Die erstmals ganzjährig zur Verfügung stehenden zusätzlichen Produktionskapazitäten lassen einen Anstieg der Verkaufsmengen um rund 13,5% auf bis zu 920.000 Tonnen zu. Dadurch wird ein voraussichtlicher Umsatzanstieg auf rund 2,15 Mrd bis 2,25 Mrd Euro erwartet. Dies beinhaltet einen Rückgang der externen Umsätze der Business Unit Pulp in Höhe von weiteren rund 50 Mio. Euro aufgrund der kompletten Umstellung des Zellstoffwerkes Paskov auf Faserzellstoffmengen für den konzerninternen Bedarf. Der erwartete Rückgang des durchschnittlichen Faserpreises im Jahresvergleich auf 1,80 - 1,90 Euro pro Kilogramm (2012: 1,96/kg) wird sich direkt auf das Ergebnis auswirken. Der durch die Mehrmenge erzielte Ergebnisbeitrag wird voraussichtlich durch Kostensteigerungen beim Personal, Chemikalien und weiteren Inputfaktoren weitgehend kompensiert. Bei der erwarteten Entwicklung der Faserpreise ist daher aus heutiger Sicht für die Lenzing Gruppe 2013 mit einem EBITDA in einer Bandbreite zwischen 260 Mio und 290 Mio Euro sowie einer EBIT-Bandbreite zwischen 140 und 170 Mio. zu rechnen. Dies entspricht einer prognostizierten EBITDA-Marge im Geschäftsjahr 2013 von rund 12% - 13% und einer erwarteten EBIT-Marge von rund 6% - 8%. Aufgrund der geringen Marktvisibilität wird sich Lenzing 2013 mit Optimierungen auf der Marktseite, bei Kostenstrukturen sowie bei den Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen rüsten. Das Mengenwachstum der Lenzing Gruppe auf rund 1 Mio Tonnen Faserkapazität p.a. bis 2014 bleibt unverändert aufrecht. Neue Investitionsprojekte werden aber einer Überprüfung auf der Zeitachse unterzogen. Mittel- bis langfristig sind alle Megatrends im Fasermarkt (Bevölkerungswachstum, Wohlstandswachstum und Nachhaltigkeit), die das weitere Wachstum der Man-made Cellulosefaserindustrie unterstützen, ungebrochen. „Lenzing wird aber das Wachstumstempo den aktuellen Marktgegebenheiten flexibel anpassen und einen zusätzlichen Schwerpunkt auf Cash-Management legen,“ so Peter Untersperger

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